NEUSüDENDE - 181 Bürger kämpfen um den Erhalt der Raiffeisenbank in Neusüdende: Sie alle haben sich auf einer Unterschriftenliste eingetragen und stimmen damit gegen den Rückzug der Bank aus ihrem Ort. Die Liste wurde am Mittwochabend von den Vorsitzenden des Neusüdender Heimatvereins an Rainer Möhlenkamp und Siegfried Chmielewski (Vorstandsmitglieder der Bank) übergeben.
Schon als Axel Nustede, erster Vorsitzender des Heimatvereins, die Herbstversammlung in der Boßelerburg eröffnet hat, war klar, dass es nur um das eine Thema geht: die Schließung der Raiffeisenbank-Filiale Neusüdende zum Juli 2012 (NWZ
berichtete).Der Vorstand der Raiffeisenbank Rastede hat in Person von Rainer Möhlenkamp und Siegfried Chmielewski die Plattform genutzt, um Auskunft über die Gründe der Schließung zu geben. Ein starkes Interesse bestand zudem an einer gründlichen Diskussion mit den Neusüdendern.
„Der Standort an der Metjendorfer Straße ist für unser Dorf von großem Nutzen, wenn man zum Beispiel mal eben in den Gummistiefeln etwas Geld abheben möchte und nicht extra in den nächsten Ort fahren muss“, sagte Nustede.
Schließung steht fest
Wie wichtig den Bürgern die Filiale ist, sollte die Unterschriftenliste zeigen. Sie wurde eröffnet, als erste Informationen über die Schließung bekannt wurden. Doch die Raiffeisenbank-Vertreter mussten enttäuschen: Trotz dieser Aktion, so machte der Vorstand klar, werde an der Schließung der Filiale wohl kein Weg vorbeiführen. „Die Entwicklung der Kundenzahlen ist von Beginn an rückläufig, von anfänglich 650 Kunden sind noch 432 übrig“, sagte Möhlenkamp. In Anbetracht der hohen Kosten einer solchen Zweigstelle sei daher keine klare Rentabilität mehr gegeben. „Ein Status, der in Neusüdende eigentlich nie vorhanden war“, sagte er. Hinzugezogene wechselten meist nicht die Bank, sondern betrieben Internetbanking über ihre bisherige Bank.
Auch energetische Maßnahmen müssten an dem alten Gebäude getroffen werden. Sie würden ein zusätzliches betriebswirtschaftliches Loch reißen, hieß es. Aus entsprechenden Gründen ist auch die Zukunft des Gebäudes nach Auszug der Raiffeisenbank noch nicht geklärt. Auf längere Sicht wolle sich die Bank jedoch definitiv davon trennen.
Kompromisse abgelehnt
Kompromissvorschläge von Seiten des Heimatvereins wurden abgelehnt: beispielsweise die Verkürzung der Öffnungszeiten oder das Aufstellen von Geldautomaten. Auch hier seien die Kosten zu hoch. Dennoch betonten die beiden Bankleiter die Umstände als „bedauerlich“. Die Raiffeisenbank wolle sich nach der Schließung im Sommer um flexible Lösungen für die Neusüdender Kunden bemühen.
Die Petitionsliste werde man sich in jedem Falle durchlesen und zumindest zu den Unterlagen der Zweigstelle heften – auch wenn ihr Ziel damit möglicherweise verfehlt ist.
