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Grünkohl Ganz klassisch mit Pinkel und Speck

Heinz-Josef Laing

NEUVREES - „Fisch passt nicht zum Grünkohl“, ist Agnes Stricker (55) überzeugt. Die stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenvereins Gehlenberg, Neuvrees, Hilkenbrook setzt auf die klassische Kohl-Variante. Sie erteilt allen Versuchen eine klare Absage, das klassische Grünkohlgericht mit Kassler, Speck und Pinkelwurst durch andere Zugaben zu verfremden.

Agnes Stricker: „Ein guter Grünkohl muss deftig und herzhaft schmecken.“ So schätzt auch ihre Familie das Traditionsgericht im Oldenburger Land, das bei den Strickers in Neuvrees im Winter alle zwei Wochen auf den Tisch kommt. Agnes Stricker verwendet dabei tiefgefrorenen Grünkohl. 750 Gramm sind ausreichend. Doch zunächst wird das Fleisch gekocht: Kassler vom Nacken, Pinkelwurst und geräucherter, durchwachsener Bauchspeck garen in Wasser.

Eine Stunde köcheln

Im großen Kochtopf werden derweil in Schweineschmalz gewürfelte Zwiebeln angedünstet. Dann kommt der gehackte und gewaschene Grünkohl dazu. Aufgefüllt wird dann mit dem Fleischsud und etwas Wasser. Dann muss der Kohl köcheln. „Eine gute Stunde reicht aus. Er darf nicht zu gar sein“, sagt Agnes Stricker. Andere Landfrauen kochen den Grünkohl etwas länger, manche gar drei bis vier Stunden. Agnes Stricker: „Ich mag den Grünkohl, wenn er noch ein wenig Bissfestigkeit hat.“

Zucker kommt dazu. Dann Senf, Salz und ein wenig Pfeffer. „Etwas Zucker muss sein“, sagt die Neuvreeserin. Eine oder zwei Pinkelwürste werden aufgeschnitten und der Inhalt im Kohl untergerührt.

Agnes Stricker setzt auf ihre jahrelange Erfahrung als Köchin: „Ich arbeite nicht nach einem starren Rezept. Bei mir geht da ganz viel nach Gefühl.“


Am Schluss wird der gegarte Grünkohl mit Hafergrütze angedickt. Agnes Stricker: „Ich mag es nicht, wenn der Kohl im Wasser schwimmt.“

Bei Familie Stricker reicht die Kohlmenge aus, um der Familie gleich an zwei Tagen ein deftiges Essen servieren zu können. „Aufgewärmt schmeckt der Grünkohl dann noch besser“, weiß die Landfrau aus dem Westen der Stadt Friesoythe. Und die Mahlzeit sei außerdem sehr gesund. Schließlich beinhalte der Grünkohl viel Vitamin A und Ballaststoffe.

Auch als Eintopf

Doch auch als Eintopf-Variante wird der Grünkohl in Neuvrees gerne gegessen. Dann kommen gewürfelte Kartoffeln dazu. „Es ist eher eine starke Suppe“, sagt Agnes Stricker. In den Eintopf schneidet die Köchin zusätzlich zu Kassler, Bauchspeck und Pinkelwurst noch geräucherte Mettwurst. „Das schmeckt perfekt“, meint Agnes Stricker.

Der Grünkohl kommt bei der Familie Stricker jedoch nicht nur als „ganz normales Mittagessen“ auf den Tisch. Es ist auch eine besondere Mahlzeit, wenn Gäste auf dem Bauernhof ihr Kommen angesagt haben. Agnes Stricker: „Ich habe im Winter Geburtstag. Dann werden meine Besucher seit vielen Jahren immer wieder mit einem herzhaften Grünkohl bewirtet. Der lässt sich schon am Vortag sehr gut vorbereiten. Nur die Salzkartoffeln kommen ganz frisch dazu.“

Doch dabei ist eines ganz gewiss: Bei Strickers in Neuvrees kommt der Kohl stets mit Pinkelwurst, Kassler und Speck auf den Tisch. Fisch oder gar Geflügel zum Kohl sind tabu. Da ist sich Agnes Stricker ganz sicher.

Agnes Stricker

vom Landfrauenverein Gehlenberg, Neuvrees, Hilkenbrook empfiehlt:

Grünkohl mit Kassler und Pinkelwurst:

Zutaten: 750 Gramm tiefgefrorenen Grünkohl, drei Zwiebeln, ein Esslöffel Schweineschmalz, ein gestrichener Teelöffel Salz, ein Esslöffel Senf, eineinhalb Esslöffel Hafergrütze, Pfeffer, Kassler vom Nacken und Pinkelwurst, Salzkartoffeln.

Zubereitung:

Kassler und Pinkelwurst in Wasser gar kochen, die Zwiebeln würfeln und im Schweineschmalz andünsten. Den Grünkohl waschen und zugeben, Gewürze zugeben, mit eineinhalb Liter vom Fleischsud auffüllen, eine gute Stunde auf kleiner Flamme kochen, mit Pfeffer abschmecken und mit der Hafergrütze andicken. Dazu schmecken Salzkartoffeln.

Als Getränk

passt Bier dazu – und nach dem Essen ein Weizenkorn, dann wird der Grünkohl besser vertragen.

Restaurants, Informationen & Wissenswertes über den Oldenburger Grünkohl und zu Kohltouren in der Region finden Sie in unserem Grünkohl-Spezial

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