Barßel - Unter dem Titel „Wir wollen es wissen: Welche Folgen hat die Vermaisung für uns?“ hatte der SPD-Ortsverband Barßel-Elisabethehn-Harkebrügge zum politischen Stammtisch ins Müllerhaus in Barßel geladen. Gast aus der Landesregierung war Renate Geuter aus Markhausen.
In der Diskussion standen Biogasanlagen, Maisanbau und Gülleausbringung. Bemängelt wurde von den Landwirten, dass man kaum in der Lage sei, die Gülle alleine bei sich auf den Feldern zu lassen. Schließlich seien nur 170 Kilogramm Nitrat aus Wirtschaftsdüngern auf einem Hektar Fläche erlaubt. „Dass einige Landwirte vielleicht mal mehr Gülle ausbringen als erlaubt, scheint naheliegend“, meinte Landwirt Thomas Hinrichs. So entstehe der Eindruck, dass nicht kontrolliert werde.
„Wir haben schon eine Verbringungs- und Meldeverordnung, die verpflichtet jeden, der Wirtschaftsdünger oder Stoffe, die Wirtschaftsdünger enthalten, in den Verkehr bringt, befördert, aufnimmt, verwertet oder mit ihnen handelt, Aufzeichnungen zu führen und die zuständige Behörde über seine Tätigkeit zu informieren“, sagte Landwirt Hans Baumann vom Carolinenhof. „Niedersachsens Grüner Landwirtschaftsminister Christian Meyer will die Kleinbetriebe und die bäuerliche Landwirtschaft stärken. Im Moment bewirkt er das Gegenteil“, sagte Hinrichs.
Seit Landwirte nicht mehr nur Tiere mit Mais füttern, sondern auch Biogasanlagen, expandiere der Anbau. Das Problem sei, dass es in der Umgebung der Ställe und Biogasanlagen nicht genügend Flächen gibt, um Exkremente und Gärreste umweltgerecht zu entsorgen, so die Teilnehmer. Ob das von Agrarminister Christian Meyer beabsichtige Gülle-Kataster mehr Transparenz bringt, wurde von den Landwirten bezweifelt. Geuter verteidigte das Vorhaben: „Es ist gut, dass es die Düngeverordnung gibt. Wir haben die Probleme nicht bei den konventionellen Landwirten, sondern bei der gewerblichen Tierhaltung. Das ganze wurde durch die Biogasanlagen, die aber auf dem Rückmarsch sind, noch verschärft.“ In dieser Region gäbe es nun einmal große Stallanlagen und eine große Stallanlagendichte. Den Außenbereich frei zu halten würde bedeuten, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.
