Lutz Riedel (51) ist Inhaber von Riedel-Hören. Er betreibt sechs Geschäfte für Hörakustik im Oldenburger Land, eines in Ganderkesee.

Herr Riedel, in welchem Alter kommen Kunden zu Ihnen?

RiedelDie Leute, die sich mit einem Hörgerät versorgen lassen, sind im Schnitt wesentlich jünger als früher. Das liegt daran, dass viele mehr auf sich achten und aktiver sind.

Wie stellt man fest, dass man eventuell ein Hörgerät benötigt?

RiedelErste Anzeichen sind, dass es anstrengend wird, Gespräche in Gesellschaft zu verfolgen, dass man sich sehr auf den Sprecher konzentrieren, oft nachfragen und den Fernseher lauter machen muss.

Gestehen sich Betroffene denn ein, dass sie Hörprobleme haben?

RiedelViele Leute kommen im Schnitt zehn Jahre zu spät. Mit einem Hörgerät ist es anders als mit einer Brille, die auch als Modeaccessoire gilt. Dabei haben Betroffene, die frühzeitig anfangen, größere Erfolge. Bei Auffälligkeiten verweisen wir zunächst an den Ohrenarzt, der ein Rezept ausstellen muss.

Was können moderne Hörgeräte?

RiedelEin Hörgerät schafft ein virtuelles Netz um den Kopf und erfasst Geräusche, erkennt aber auch Störgeräusche. Wenn ich angesprochen werde, verstärkt es die Stimme mit einem natürlichen Klangbild. Außerdem gibt es viele Einstellungsmöglichkeiten, auch ein Programm, das Musik verstärkt. Einige Geräte lassen sich über eine Handy-App steuern. Zudem sind Hörgeräte heute deutlich kleiner als früher.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

RiedelDie gesetzlichen Krankenkassen übernehmen zwischen 630 und 700 Euro. Damit ist eine sehr gute Basisversorgung gewährleistet, die einen guten Hörerfolg garantiert.

Was raten Sie Menschen, die Schwierigkeiten haben, mit dem Hörgerät zurechtzukommen?

RiedelMan muss das Gerät tragen und damit trainieren. Außerdem sollte man es immer wieder vom Akustiker nachstellen lassen. Wichtig ist, nicht so schnell aufzugeben.

Antje Rickmeier
Antje Rickmeier Redaktion Ganderkesee