Die Stadt Nordenham ist gut beraten, wenn sie bei der Entwicklung des Großensieler Hafens die Planungshoheit übernimmt und die Richtung vorgibt. Denn bei dem Hafengelände, das für seine eigentlichen Zwecke bald nicht mehr benötigt wird, handelt es sich um eine für Nordenham äußerst wertvolle Zukunftsecke. Dort besteht in idyllischer Lage an der Weser die Chance, ein attraktives Gebiet für Wohnen und Freizeit auszuweisen.

Um bei diesem Projekt eine klare Linie zu fahren, ist es sinnvoll, dass die Stadt das Heft des Handelns übernimmt. Daher ist es auch ein kluger Schachzug, über die Gemeinnützige Nordenhamer Siedlungsgesellschaft (GNSG), deren mit Abstand größte Gesellschafterin die Stadt Nordenham ist, das Haus Weserstrand zu erwerben. Das Risiko, dass private Investoren die ehemalige Gaststätte samt Grundstück kaufen und es für Zwecke nutzen, die nicht in das Zukunftskonzept für den Hafen passen, ist zweifellos vorhanden. Mit dem Einstieg der GNSG sichert die Stadt sich dagegen ab.

Allerdings gibt es finanzielle Grenzen. Die GNSG sollte nicht um jeden Preis die Aufgabe des Wegbereiters übernehmen. So groß ist der Druck dann doch wieder nicht.