Jeverland - Das Gewitter kam diesmal zur besten Zeit – nämlich, als am Donnerstagabend die meisten Besucher der Freibäder im Jeverland bereits auf dem Weg nach Hause waren. Wohl auch weil für die kommenden Tage Unwetter angesagt wurden und dann Blitz-Gefahr besteht, nutzten in den vergangenen Tagen viele Menschen die Gelegenheit für einen Besuch der Freibäder. Hauptgrund dürfte aber natürlich die Hitze gewesen sein, die seit Tagen drückend in der Region steht.
Da es im Jeverland zahlreiche Möglichkeiten gibt, um Abkühlung zu finden, fällt die Wahl schwer. Viele Einheimische zieht es in die Freibäder, etwa nach Jever, Tettens oder Heidmühle statt an die Strände der Nordsee. Die Gründe sind vielfältig.
„Wir waren mit den Kindern schon auf Wangerooge und Spiekeroog, irgendwann ist es dann auch mal gut“, sagt Malte Stickel, der mit seiner Ehefrau sowie den beiden Kindern das Freibad Jever besucht. Dem zweijährigen Tom hat es vor allem der Wasserpilz im Kinderbecken angetan. „Für die Kinder ist es optimal hier und auch leerer, weil die Touristen eher die Küste besuchen“, zählt der Familienvater die Vorteile auf.
Marcel Gerdes aus Schortens zieht das Schwimmbad in Jever vor, „weil es für mich sauberer wirkt als etwa die Naturbäder“, wie er sagt. Weiterer Vorteil: „Ich springe gerne und hier gibt es eben Sprungtürme.“
Und auch wenn Schwimmmeister Wilfried Fass sagt, dass nur noch 1000 Besucher etwa täglich herkommen statt 3000 wie vor 20 Jahren – an der Rutsche und an den Sprungtürmen in Jever haben sich Schlangen gebildet, auch die Liegewiesen sind gut gefüllt. Genauso sieht es in Heidmühle aus.
Etwas ruhiger und auch familiärer geht es dagegen in Tettens zu. Ins Becken hüpfen darf man hier zwar nur zu bestimmten Sprungzeiten – dafür können vor allem die jungen Besucher hier ausgiebig spielen. Und das unter den wachsamen Augen mehrerer Mitglieder des Fördervereins, der das Freibad bei kostenlosem Eintritt betreibt.
„Die meisten Besucher sind Einheimische – aber wir haben auch Touristen da. Wer das Bad kennt, der kommt gerne wieder“, sagt Heidi Ostendorf vom Förderverein. Schlagender Vorteil für die Besucher: „Vielen sind die anderen Bäder zu überlaufen“, ist sich Neele Scharfe vom Förderverein sicher, die selbst seit ihrer Kindheit herkommt.
