Hannover/Nyon/Reykjavik - Bei den Enthüllungen rund um Briefkastenfirmen in Panama ist nun auch mindestens ein Name aus Niedersachsen aufgetaucht. Um wen es sich dabei handelt, wollte eine Sprecherin des Landesfinanzministeriums in Hannover am Mittwoch aber nicht sagen. „Die Finanzbehörden werden nun prüfen, ob dort Ermittlungsbedarf besteht“, sagte Sprecherin Antje Tiede. Bei einem zweiten Namen, der im Zusammenhang mit den Panama-Papieren genannt wurde, sei bislang noch unklar, ob dieser mit Niedersachsen in Verbindung stehe.
Nach Berichten über Geschäfte von Fifa-Chef Gianni Infantino mit einer in den Korruptionsskandal des Weltfußballverbands verwickelten Briefkastenfirma in einer Steueroase hat die Schweizer Bundespolizei unterdessen die Uefa-Zentrale in Nyon durchsucht. Die Europäische Fußball-Union teilte am Mittwoch mit, die Bundespolizei habe Einsicht in Verträge zwischen dem Verband und der Firma Cross Trading/Teleamazonas verlangt. Ein Vertrag war mithilfe der Panamapapiere enthüllt worden.
Der durch die Panama-Affäre in Kritik geratene isländische Ministerpräsident Sigmundur Gunnlaugsson will sein Regierungsamt nun doch nicht endgültig aufgeben. In einer Pressemitteilung, die sein Büro verbreitete, hieß es: „Der Ministerpräsident ist nicht zurückgetreten und wird weiterhin als Vorsitzender der Fortschrittspartei tätig sein.“ Er habe nur vorgeschlagen, dass sein Stellvertreter Ingi Jóhannsson das Regierungsamt vorübergehend übernehme. Gunnlaugssons Name war im Zusammenhang mit den Berichten über Finanzgeschäfte mit Briefkastenfirmen aufgetaucht.
