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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Niedersachsen zieht sich zurück

21.01.2006

BERLIN Immer mehr niedersächsische Anbieter bleiben der Grünen Woche fern. Doch gerade landestypische Spezialitäten sind gefragt.

Von Olaf reichert,

Redaktion Berlin BERLIN - Wenn an diesem Sonntag die 71. Grüne Woche in Berlin ihre Pforten schließt, werden die Veranstalter wie in jedem Jahr ein positives Fazit ziehen. Mit mehr als 400 000 Besuchern bis Sonntagabend wird gerechnet, sagt Wolfgang Rogall, Sprecher der Messegesellschaft. Im vergangenen Jahr waren es 430 000. Rogall macht den Besucherrückgang am Wetter fest, das Frost, Schnee und Glätte gebracht hat.

Nach Angaben von Jörg Helmsen, Sprecher der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, sind auch die meisten Aussteller mit dem Verlauf der Messe zufrieden. Allerdings sind die Besucher nicht mehr so spendabel wie früher. „Das Geld sitzt nicht mehr so locker“, weiß Claudia Buchholz, die an einem Stand in der Niedersachsenhalle 5.2 Schinken verkauft hat.

Ungeschmälert blieb aber in diesem Jahr die politische Bedeutung der Grünen Woche, wie der geballte Auftritt der Politprominenz belegt. Eine Rolle spielt dabei auch der Regierungswechsel nach der Bundestagswahl im September. Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) hatte im preußischen Berlin ein Heimspiel. „Alle atmen auf“, hieß es am Mittwoch beim Niedersachsenabend auf der Grünen Woche.

Diese Messe der Land- und Ernährungswirtschaft sucht in der Welt ihresgleichen. Nirgendwo sonst kommen Verbraucher, Erzeuger, Handel und politische Entscheidungsträger so geballt an wenigen Tagen zusammen. Dabei ist die Grüne Woche Schaufenster, Kontaktbörse, Fachveranstaltung und politische Bühne in einem.

Und doch lässt sich aus niedersächsischer Sicht ein Trend zum Negativen feststellen, denn das Schaufenster der Regionen zwischen Ems und Elbe, Nordsee und Harz wird immer kleiner. Lange Jahre trat Niedersachsen als deutsches Agrarland Nummer 1 in Berlin zahlenmäßig stark auf. Doch 2006 gelang es nicht mehr, genug Aussteller zu finden, um eine Halle zu füllen. In diese Bresche sprang Sachsen-Anhalt mit der Premiere einer eigenen Länderhalle.

„Niedersächsische Produkte spielen in Berlin nicht mehr die Rolle wie zur Zeit der Teilung“, erläutert Helmsen. Der Berliner Markt wird von Angeboten aus den neuen Bundesländern bestimmt. Angesichts dieser Bedingungen und der hohen Messekosten haben viele Firmen auf den Weg nach Berlin verzichtet, wird im Lager der Niedersachsen beklagt. Laut Jörn Dwehus, Geschäftsführer der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA), sind es aber die landestypischen Spezialitäten, die die Grüne Woche ausmachen und Besucher anziehen. Hier gibt es aus niedersächsischer Sicht ein Defizit.

Hinzu kommt, dass namhafte niedersächsische Marken neue Besitzer in anderen Bundesländern oder gar im Ausland gefunden haben, denen die regionale Herkunft ihrer Produkte – jedenfalls bezogen auf die Grüne Woche – egal ist. Beides führte zur vergleichsweise dünnen Beteiligung niedersächsischer Firmen in diesem Jahr. Und das bei einer Rekordbeteiligung insgesamt. Nach Angaben der Messegesellschaft waren 1639 Aussteller in diesem Jahr vor Ort, drei mehr als 2005.

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