Hannover - „Wenig spektakulär“ bis „ordentlich“ lautet die Jahresbilanz des niedersächsischen Sparkassenverbands für 2013 – mit einem leicht gesunkenen Brutto-Ergebnis von knapp 900 Millionen Euro (Vorjahr: 920 Mio). Und die Aussichten für 2014 bezeichnete Verbands-Präsident Thomas Mang in einer Pressekonferenz am Donnerstag als weiter ebenso stabil. Den Jahresüberschuss bezifferte er mit rund 180 Millionen Euro. Für 2014 erwartet der Verband ein Ergebnis, das leicht unter dem von 2013 liegen dürfte.
Weit mehr Kopfzerbrechen bereitet dem Verbandschef von 46 Sparkassen in Niedersachsen die anhaltende Niedrigzinsphase. „Die andauernde Niedrigzinspolitik enteignet die Sparer schleichend, setzt falsche Anreize und führt zu einer Umverteilung zu Lasten Deutschlands“, kritisiert Mang. Da helfe weniger, dass das Geld der Sparer in Deutschland „verdammt sicher“ aufgehoben sei. Aber die EZB lege mit ihrer Zinspolitik „den Schwerpunkt ausschließlich auf südeuropäische Länder“, klagt Mang, der sich als „Anwalt der Sparer“ sieht. „Die EZB schützt staatliche Schuldner“, setzt der Sparkassen-Präsident hinzu. Niedrigzinsen würden jedoch wirken „wie Doping mit langfristigen Gefahren“.
Doch es gebe für Sparer keine Aussichten, dass sich am gegenwärtigen Zustand irgendetwas ändern könnte. „Das dauert noch eine ganze Zeit“, ahnt Mang, der zugleich weiteres Störfeuer europäischer Institutionen beklagt. Deutschland werde um sein Sparkassensystem beneidet, „aber wir sind immer Ziel von Attacken wie der EZB, dem IWF, der EBA und der EU-Kommission“, entrüstet sich Mang. In nur zwei Jahren habe Brüssel 10 000 Blatt Papier mit neuen Vorschriften verschickt. „Wie soll das eine Kreissparkasse in Rotenburg schaffen“, fragt Mang. Solche bürokratischen Hürden würden die Sparkassen regelrecht „strangulieren“.
