NIENBURG - NIENBURG/DPA - Die niedersächsischen Spargelbauern sind von der Saison enttäuscht. „Es gab bisher kaum ein Spargeljahr mit so vielen Höhen und Tiefen“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen, Dietrich Paul, in Nienburg.

Die Landwirte hätten im Wechsel mit extremer Hitze und Kälte kämpfen müssen. Der Ertrag habe rund 15 Prozent unter dem Vorjahr gelegen. Die Saison endet am 24. Juni. Niedersachsen gilt mit einer Anbaufläche von rund 4500 Hektar als größte Spargelregion und stellt knapp ein Viertel der bundesweiten Anbaufläche.

In diesem Jahr habe die Ernte einer „Achterbahnfahrt“ geglichen. Durch die zunächst herrschenden hohen Temperaturen nahm die Erntemenge rasch zu. In den ersten beiden Maiwochen gab es geradezu eine Spargelschwemme, die sich auch in einem wesentlich niedrigeren Preisniveau bemerkbar machte. Doch auf das Erntehoch folgte ein Erntetief, wegen der drei kalten Wochen bis nach Pfingsten.

Erst in den letzten 14 Tagen der Saison entsprächen die Erntemengen wieder den Erwartungen. Die enormen Schwankungen hätten sich auch bei den Preisen niedergeschlagen. Beim Direktvermarkter kostete das Kilo zwischen drei und elf Euro.

Die Regelung, wonach jeder Landwirt nur maximal 90 Prozent der im vergangenen Jahr eingesetzten ausländischen Saisonarbeitskräfte einplanen durfte, habe sich nicht bewährt. Paul forderte freien Zugang der ausländischen Erntehelfer zum deutschen Arbeitsmarkt.