NIKOLAUSDORF - Der „Schaulpad“ in Nikolausdorf soll wieder benutzbar werden. Mehrmals war bereits in den vergangenen Jahren versucht worden, den traditionsreichen Fußweg vom „grooten Wäg“ (jetzt Düffendamm) bis zur Schule und Kirche, der im Laufe der Jahre fast zugewachsen und verwildert war, wieder zu öffnen. Diesmal scheint es zu gelingen. Jedenfalls haben Mitglieder des Dorfvereins und viele weitere Helfer bereits mit den Aufräumungsarbeiten begonnen.

Der „Schaulpad“ ist in Nikolausdorf ein Begriff und eng mit der Entwicklung des Dorfes verbunden, so Hermann Backhaus: „Jahrelang wurde er von Jung und Alt für den Kirch- und Schulweg genutzt – die Kinder im Sommer barfuß und im Winter mit Holzschuhen.“ Wenige Jahre nach Gründung des Dorfes – die einzelnen Kolonate waren abgesteckt und Entwässerungsgräben gezogen – seien die Wege an den Seiten mit Bäumen bepflanzt worden, darunter auch der „groote Wäg“ mit drei Reihen Eichen, Fuß- und Pferdeweg getrennt, der „Schaulpad“ zum Schutz der Benutzer mit zwei Reihen Tannen. Diese Tannenreihen lichteten sich im Laufe der Jahre, schließlich konnte man Weihnachtsbäume damals noch nicht kaufen, so Backhaus. Die Natur ließ dort Eichen und Birken wachsen.

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Weg mit Schlacke, die an der Peterstraße nicht mehr gebraucht wurde, befestigt worden, was für die für Barfußläufer nicht so günstig war. Das Material musste mühsam mit Pferdewagen herbeigeschafft werden, so Backhaus weiter.

Nicht nur als Verkehrsweg diente der „Schaulpad“. Die jährlichen Fronleichnams- und Bittprozessionen führten bis Büssings beziehungsweise Kempers Weg darüber.

Über viele Jahre etwas Besonderes war aber „Schepers Schlatt“, das direkt an den „Schaulpad“ grenzte: im Frühling ein Eldorado für unzählige Kiebitze, die auf dem feuchten Heide- und Bentuntergrund ihre Nester bauten und im Winter eine große Eisfläche, an der sich sonntags Kinder und Jugendliche trafen.