Cloppenburg - Die Friesoyther Wasseracht hat entschieden, in Sachen Media-Markt-Ansiedlung vorerst den Status quo zu halten und keine Ausnahmegenehmigung zu erlassen. Das teilte Wasseracht-Geschäftsführer Martin Windhaus auf NWZ -Nachfrage mit.
Eine Entscheidung, die mit Bedacht gefallen sei. So habe der Vorstand der Friesoyther Wasseracht, zuständig für die Pflege, den Schutz und den Erhalt der Soeste, lange über die Bitte der Stadt für eine Sondererlaubnis beraten. Gemeinsam habe man sich auch ein genaues Bild von der Situation vor Ort gemacht.
Wie berichtet, will der Investor Genos (Vechta) den Media Markt im Carré Cloppenburg so platzieren, dass er teils nur 5,50 Meter von der Soeste entfernt steht – zehn Meter Abstand schreibt die Wasseracht in ihrer Satzung vor. Diese Vorgaben nun ad hoc zu lockern, dafür fehle dem Vorstand der Wasseracht noch die Grundlage, so Windhaus. U.a. sei der alte Bebauungsplan, gegen den die Wasseracht geklagt habe, noch in Kraft. Darüber hinaus stehe eine Klage der Wasseracht gegen eine bereits von der Stadt erteilte Teil-Baugenehmigung – mit der die Erdarbeiten und die Bodenplatte des Media-Markts in Angriff genommen werden können – im Raum. „Wir haben noch den alten Planungsstand“, betonte er. Bisher sei in Sachen Planung nichts Neues zu erkennen. Der Ball liege nun bei der Stadt. „Wir sind aber bereit, Kompromisse zu finden.“
Diese signalisierte Kompromissbereitschaft ist es, die der Stadt Hoffnung gibt, auch wenn sie es als „bedauerlich“ ansieht, dass dem Antrag auf Ausnahmegenehmigung vorerst nicht stattgegeben worden sei, teilte Wirtschaftsförderer Jörg Kalvelage am Mittwoch auf Nachfrage mit.
Nun setze man auf Gespräche, die zeitnah zwischen Vertretern der Stadtverwaltung, dem Investor und der Friesoyther Wasseracht stattfinden sollen. Die Stadt hoffe auf einen Kompromiss, der ein Abspringen von Media Markt verhindere, aber dennoch die Friesoyther Wasseracht zufriedenstelle und schlussendlich auch ein attraktives städtebauliches Ergebnis ermögliche. Denn zu nah an die Bürgermeister-Heukamp-Straße wolle die Stadt das recht große Gebäude eigentlich nicht setzen lassen.
