Steinkimmen - „Anstrengend war’s, aber schön.“ – Etwas erschöpft klang Kerstin Lehmann, als sie am Sonntag ein Fazit nach dem zweiten Berufsorientierungscamp auf dem Gelände des Jugendhofs Steinkimmen zog. Drei Tage lang hatten 27 Mädchen und Jungen im Alter von zwölf, 13 und 14 Jahren gemalt, Gerüste auf- und abgebaut oder gezimmert – und nach getaner Arbeit gekickt oder gefeiert. „Sehr motiviert“ seien die jungen Teilnehmer gewesen, attestierte die Geschäftsführerin der Jugendhof-Trägerin Viasol gGmbH.
Zum Abschluss waren am Sonntag die Eltern eingeladen, sich ein Bild zu machen von dem, was ihre Kinder unter Anleitung und mit dem Material von insgesamt zehn Handwerksbetrieben erstellt hatten. So hatten sie ein Häuschen am Fahrerlager mit so genanntem Bonanza-Holz verkleidet, das rote Gästehaus im oberen Bereich verfugt und gestrichen oder eine Treppe zum „Handy-Hügel“ angelegt.
Erstmals hatte sich auch Müllers Wurstdiele (Heide) beteiligt, hier lernten die Jugendlichen die Zucht, die Schlachtung oder auch den Verkauf kennen.
Am Sonntag erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat sowie eine CD mit Erinnerungsfotos. Auch wurden besondere Leistungen gewürdigt – nicht nur auf den Baustellen, sondern zum Beispiel auch beim Karaoke-Wettbewerb.
Ob’s denn Spaß gemacht hat? Erik Hohnholt und Mattis Arle, zwei der jungen Teilnehmer, nickten. Sie würden bei einer dritten Auflage wieder mitmachen, vor allem die Zimmererarbeiten und der Gerüstbau seien interessante Herausforderungen gewesen.
Auch Torsten Schreiber, Initiator des Camps, war zufrieden. „Die haben richtig mit angepackt.“ Eine junge Teilnehmerin habe an allen Tagen beim Malen mitgemacht und auch gesagt, das sei ihr Ding. Schreiber: „Da haben wir unser Ziel voll erreicht.“ Denn angesichts sinkender Bewerberzahlen im Ausbildungsbereich wollten die Handwerksbetriebe in eigener Sache die Werbetrommel rühren.
In einem Punkt, so sagte Schreiber, müsse man noch nachbessern: Es seien zu wenig Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern erreicht worden. Nur „zwei, drei“ hätten eine Förderung der Teilnahme beantragt. „Das müssten 50 Prozent werden.“
Schreiber geht davon aus, dass es im kommenden Jahr ein drittes Berufsorientierungscamp in Steinkimmen geben wird. Möglicherweise werde man dafür Flyer erstellen und gezielt verteilen.
