Hannover/Bremen - In vielen Bundesländern stellt die Polizei zunehmend Menschen mit Migrationshintergrund ein, ihr Anteil bei Neueinstellungen ist aber immer noch geringer als in der Bevölkerung. Dies geht aus einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Neuauflage einer Umfrage des Mediendienstes Integration unter den Landespolizeien hervor. In Niedersachsen waren demnach 2016 12,3 Prozent der neu Eingestellten Menschen mit Migrationshintergrund. Das waren etwas weniger als im Jahr zuvor, aber mehr als 2013. Insgesamt stammen 17,8 Prozent der Bevölkerung im Bundesland aus Zuwandererfamilien.
Im Land Bremen ist den Angaben zufolge der Anteil der neu Eingestellten von sechs Prozent in 2013 auf 16,4 Prozent in 2016 gestiegen. Dennoch liegt er mehr als zehn Prozent unter dem Anteil von Menschen aus Einwandererfamilien. In insgesamt neun Bundesländern liegt der Anteil der neu angestellten Polizisten mit Zuwanderungsgeschichte unter deren Anteil in der Gesamtbevölkerung. Nur in Berlin und Sachsen-Anhalt werden überdurchschnittlich viele Migranten eingestellt.
Mit Ausnahme von Bayern, Brandenburg und Thüringen versuchen alle Bundesländer, Migranten für den Polizeidienst anzuwerben, heißt es in der Umfrage weiter. In Niedersachsen spricht die Landespolizei den Angaben zufolge auf ihrer Internetseite Interessierte mit Migrationshintergrund an. Beamte mit Migrationshintergrund werben zum Beispiel auf Werbeanzeigen oder mit Messeauftritten. Auch in Bremen wirbt die Polizei etwa bei Berufsinformationsveranstaltungen in Schulen.
Der Mediendienst Integration, getragen vom Wissenschaftszusammenschluss „Rat für Migration“, stellt Daten und Fakten zu den Themen Zuwanderung und Asyl zur Verfügung. Er wird von mehreren Stiftungen und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung finanziert.
