Barßel - Norbert Reik ist verärgert. „Als Kunde wird man im Stich gelassen“, meint der Wahl-Barßeler. Vor einem Jahr zogen er und seine Frau vom Stuttgarter Raum nach Barßel. „Wir erledigen viel übers Internet“, sagt Reik. Auch Online-Banking zähle dazu. Im Sommer dieses Jahres fingen die Probleme an.
Als er nach einem Kanadaurlaub Bilder hochladen wollte, habe er die ersten Schwierigkeiten bemerkt, erinnert sich Reik. „Der Bildaufbau ging einfach langsamer.“ „Ich konnte keine Bilder mehr verschicken und der Aufbau von Texten erfolgte nur sehr langsam“ , sagt er. Der Barßeler beauftragte eine örtliche Firma, um die Verbindungen im Haus zu prüfen, und er begann, die Internetgeschwindigkeit zu dokumentieren. „Die Fritzbox wurde ausgetauscht, doch die schlechte Verbindung blieb“, so Reik.
Die Firma habe daraufhin EWE Tel, den Telefon- und Internetanbieter des Ehepaars, mit Bitte auf Überprüfung verständigt. Eine entsprechende Prüfung sei erfolglos geblieben, sagt Reik. Habe die Internetverbindung anfangs bei 4200 kBit/s gelegen, sei sie bis November auf 395 bis 275 kBit/s zurückgegangen. Im Dezember entschied er sich, auf LTE umzustellen und zu Vodafone zu wechseln. Mittlerweile seien ihm aufgrund der Fehlersuche und des Anbieterwechsels Zusatzkosten in Höhe von gut 500 Euro entstanden, die er tragen müsse, sagt Reik.
Aufgrund der Leitungslänge am Wohnort des Kunden lasse sich kein stabiler Betrieb herstellen, erklärt Anne-Christin Klare, EWE Tel-Pressesprecherin, auf Anfrage der NWZ . Das Unternehmen bedauere die Unannehmlichkeiten. „Wir können es leider nicht beeinflussen.“ Die Leitung gehöre der Telekom. EWE Tel habe dem Ehepaar Reik daher ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt, sagt die Pressesprecherin. Das Unternehmen wolle sich mit 200 Euro an den entstandenen Kosten beteiligen, so Anne-Christin Klare.
Die LTE-Verbindung funktioniere, sagt Reik. Doch die Portierung seiner alten Rufnummer von EWE Tel zu Vodafone sei noch nicht erfolgt, bedauert er. Dabei möchte er seine alte Rufnummer mitnehmen. Ich erhalte einfach keine Information“, so Reik. Lediglich die Hardware liege ihm vor.
Der Portierungsantrag sei bereits bei dem alten Anbieter des Kunden gestellt, sagt Volker Petendorf, Chef vom Dienst der Vodafone-Pressestelle, gegenüber der NWZ . Es werde mit Hochdruck an der Portierung gearbeitet, doch dieser komplexe Vorgang dauere in der Regel vier bis sechs Wochen.
Es sei schade, dass es bei den Anbietern keinen Ansprechpartner gebe, „der auf die Wünsche des Kunden eingeht“, bedauert Reik. Stattdessen müsse sich der Kunde durch Service-Hotlines wählen. „Die Kompetenz ist nicht zentral gebündelt.“ Wie alles weitergehen werde, bleibe abzuwarten, sagt er.
