Nordenham - Große Menschen sind an der Bushaltestelle am Bahnhof auf der Westseite (Deichgräfenstraße) zurzeit klar im Vorteil. Denn die Fahrpläne hängen ziemlich hoch: Der obere der beiden Fahrpläne hängt immerhin in einer stolzen Höhe von 2,67 Meter. Der zweite Plan darunter endet immerhin noch auf einer Höhe von 1,70 Meter. Den unteren Plan kann Sigrid Jünemann gerade noch lesen. Die 76-Jährige ist knapp 1,60 Meter groß. „Für den oberen Plan brauche ich ja ein Fernglas“, sagt sie. Sigrid Jünemann fährt etwa alle zwei Wochen mit einer Freundin nach Bremerhaven.
Völlig verdreht
Wenn sie in Nordenham aussteigt, ärgert sie sich jedes mal über die Fahrpläne. „Die sind auch noch nicht mal zur Straße ausgerichtet. Vom Bürgersteig aus kann man die gar nicht sehen“, sagt sie. Tatsächlich müssen Fahrgäste erstmal auf den Rasen treten, um den Fahrplan anschauen zu können.
Der gleiche Fahrplan hängt aber auch im Unterstand an der Bushaltestelle, berichtet Betriebsleiter und Prokurist der Verkehrsbetriebe Wesermarsch (VBW), Andreas Jung. Einziger Unterschied ist, dass die zwei Pläne, die am Haltestellenmast hängen, im Unterstand auf einem Blatt zusammengefasst sind. Deshalb seien die Verkehrsbetriebe noch nicht tätig geworden, sagt er. Wer allerdings die beiden Pläne nicht erkennen kann, weil er zu klein ist, dem fällt das nicht unbedingt auf.
Der Mast mit dem Haltestellenschild und besagten Fahrplänen wurde während der Bauarbeiten am Bahnhof abgebaut, berichtet Andreas Jung. Anschließend wurde der Pfahl nicht wieder richtig in die Erde gesteckt, deshalb hängen die Fahrpläne jetzt zu hoch. „Der Teil des Mastes, der sonst in der Erde steckt, ist jetzt über der Erde“, erklärt er.
Doch wie die NWZ auf Nachfrage nun erfahren hat, könnte das Problem noch in dieser Woche behoben werden. An der Haltestelle sollen nämlich auch digitale Anzeigen, so genannte DFI-Anzeigen (Dynamische-Fahrgast-Information) angebracht werden, berichtet Franziska Großjohann vom Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen (VBN). „Das soll noch diese Woche passieren“, sagt die Sachbearbeiterin für Echzeit-Informations-Systeme.
Neue digitale Anzeigen
Auf diesen digitalen Anzeigen sollen die Fahrgäste dann in Echtzeit darüber informiert werden, wann der nächste Bus die Haltestelle erreicht. „Wenn er laut Fahrplan in fünf Minuten kommen soll, aber über GPS schon abzusehen ist, dass er erst in acht Minuten ankommt, dann wird das auch angezeigt“, berichtet Franziska Großjohann. Aller Voraussicht nach sollen diese Anzeigen an diesem Dienstag angebracht werden, sagt sie.
„Die Fahrpläne sollen letztendlich dann auch an demselben Mast angebracht werden, an denen auch die Anzeigen hängen“, sagt die VBN-Mitarbeiterin. Ob das ebenfalls an diesem Dienstag erledigt wird, kann sie jedoch noch nicht sagen. Aber auch das Haltestellenschild, das zurzeit ein wenig unglücklich hinter dem Laternenmast steht, soll dann an dem Mast mit der digitalen Anzeige angebracht werden. Einschränkungen im Straßenverkehr werde es während der Anbringung der digitalen Anzeigen nicht geben, sagt Franziska Großjohann. Die Tiefbauarbeiten seien bereits erledigt und auch Strom bereits vorhanden, sagt sie.
