NORDENHAM - Auch wenn ein Finanzpartner einsteigt, rechnen viele mit Einschnitten. Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben.

Von Jens Joest

NORDENHAM - Zwischen Hoffnung und Ratlosigkeit schwanken die Reaktionen der Menschen, die die NWZ am Freitag auf dem Nordenhamer Markt zur Zukunft des Airbus-Werks befragt hat.

Wilhelm Ripken (70) glaubt zwar, dass Airbus wie im Sanierungsprogramm vorgesehen den Partner finden wird, der die Risikoinvestitionen für die Kohlefaser-Verbundtechnologie in Einswarden übernimmt. „Aber dann wird es neue Arbeitsverträge geben und es werden wohl die Löhne sinken“, vermutet der Atenser, der selbst beim Flugzeugbauer beschäftigt war. Mit Entlassungen rechnet er zumindest nicht bei den Arbeitern. „Vielleicht verlieren einige Bürokräfte den Arbeitsplatz“, mutmaßt er.

Gertrud Schliep (72) hofft, dass es bei Airbus Einswarden „so bleibt, wie es jetzt ist“, das Werk also Teil des Flugzeugkonzerns bleibt. Die Nordenhamerin kann sich nämlich nicht vorstellen, dass sich jemand findet, der dort so viel Geld investiert, wie es EADS vorschwebt. Was immer nun passiere, eins aber sei klar: „Das wird auf Kosten der Arbeiter gehen.“

Für Walter Voskamp (63) steht die Zukunft des Airbus-Werkes „in den Sternen. Welcher Investor sollte das denn sein, der dort einsteigt?“, fragt der Nordenhamer. Einen deutschen Partner kann er sich kaum vorstellen. Einen Investor aus dem Ausland hält er aber für denkbar.


Jutta Rathkamp (46) glaubt nicht an den gesuchten Finanzpartner. „Die haben doch alle nicht so viel Geld übrig“, meint die Abbehauserin. Dabei wäre die Investition wichtig, nicht nur, damit die Arbeitsplätze erhalten werden können. „Wenn Airbus Leute entlässt, hat das auch Folgen für Nordenham, zum Beispiel bei den Geschäftsleuten“, sagt sie.

Hildegard Hildebrandt (51) hat „keine Ahnung“, wie es mit Airbus Einswarden weitergehen könnte. „Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseherin“, sagt die Waddenserin.

Auch ihr Ehemann Eckhard Hildebrandt (56) ist ratlos. „Ich hoffe aber sehr, dass wenigstens die Arbeitsplätze erhalten werden können.“

Lüder Bischoff (63) kann an der Suche des EADS-Konzerns nach einem zahlungskräftigen Investor für das Airbus-Werk nichts Ungewöhnliches finden: „Das ist doch heute normal in Europa und der Welt, dass Firmen sich Teilhaber suchen.“ Um die technologische Zukunftsfähigkeit des Werkes sorgt sich der Seefelder dennoch: „Dass Airbus nicht selbst investiert, zeigt meiner Meinung nach Desinteresse.“

Hart ins Gericht mit der Konzernspitze geht schließlich Helmut Dannemann (67). „Das Werk muss bei Airbus bleiben“, findet der Nordenhamer, der selbst 40 Jahre in Einswarden gearbeitet hat. Sonst gehe es dort „den Berg runter“. Einen Verbleib des Werkes im Konzern hält Dannemann vor allem deshalb für sinnvoll, da die Auftragsbücher in Einswarden voll seien. Auf Diskussionen lässt er sich gar nicht erst ein: „Alles andere ist Blödsinn.“