NORDENHAM - Obwohl die Krankenschwester mit dem Desinfektionsmittel nicht gespart hat, sind ihre Hände keineswegs überall mit der keimtötenden Flüssigkeit benetzt. Bei einer Betrachtung unter einer Schwarzlichtlampe lassen sich Lücken in der Desinfektionsschicht erkennen, die durch einen fluoreszierenden Zusatzstoff sichtbar wird. Bei dem Schwarzlicht-Test konnten Mitarbeiter, Patienten und Besucher der Wesermarsch-Klinik am Donnerstag anlässlich der „Aktion Saubere Hände“ mitmachen.

Im Eingangsbereich des Krankenhauses waren mehrere Informationsstände aufgebaut. Der Aktionstag zeigte auf, dass eine sorgfältige Händehygiene für den Klinik-Alltag von großer Bedeutung ist. „Die Händedesinfektion ist die wichtigste Maßnahme zur Verhütung von Infektionen im Krankenhaus“, sagt Claudia Roth. Sie arbeitet im Klinikum Oldenburg als Fachkinderkrankenschwester für Hygiene und berät die Wesermarsch-Klinik in diesem Themenbereich.

Weil die Leitung des Nordenhamer Krankenhauses die Infektionsproblematik sehr ernst nimmt, bekommt die Wesermarsch-Klinik bald eine eigene Hygienefachkraft. Diese Aufgabe soll Petra Sichau übernehmen, die dafür Seminare an der Charite in Berlin absolviert. In zwei Jahren wird ihre Ausbildung abgeschlossen sein.

Die Wesermarsch-Klinik gehört zu bundesweit rund 500 Krankenhäusern, die sich an der „Aktion Saubere Hände“ beteiligen. Die Teilnahme an der Kampagne, die unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit steht, ist freiwillig.

Bei der Informationsveranstaltung am Donnerstag kam auch der Spaß nicht zu kurz. Die Teilnehmer konnten sich von der „Wahrsagerin“ Anke Dietrich aus der Hand lesen lassen, bei einer ergotherapeutischen Übung verschiedene Dinge ertasten oder bei Polizeimitarbeiterin einen Fingerabdruck abgeben. Als Erinnerung gab’s selbstgebackene Kuchen in Form einer Hand und kleine Preise, die am Glücksrad verlost wurden.


Wer gut aufgepasst hatte, konnte auch einen Fragebogen beantworten. Unter anderem wurden die Vorgehensweise bei der Händehygiene und die Einwirkzeit des Desionfektionsmittels abgefragt. Die beträgt immerhin 30 Sekunden.