NORDENHAM - Die Firma Form & Norm GmbH gehört zu den Unternehmen, die von der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben sind. Die Geschäfte laufen ganz ordentlich, sagt Geschäftsführer Thorben Krause. Seit seiner Gründung 1982 verkauft das Unternehmen Bürobedarf und Computertechnik, und die Umsätze können sich sehen lassen. Geld können die Mitarbeiter bei Form & Norm zwar nicht verdienen, reich können sie aber trotzdem werden – reich an Erfahrungen.

Form & Norm ist eine Modellfirma, ein Übungsfeld für die Schüler der einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft in Nordenham. Als das Unternehmen vor 17 Jahren an den Berufsbildenden Schulen gegründet wurde, da hat wohl niemand geahnt, dass es sich so lange am „Markt“, beziehungsweise auf dem Stundenplan, halten würde. Aber das Projekt hat sich bewährt – bis heute. Denn hier ist fast alles wie in einem richtigen Betrieb: Einkauf, Verkauf, Marketing, Rechnungswesen/Controlling, Produktion, Lager, allgemeine Verwaltung. Es gibt sechs Klassen, jeweils 25 bis 28 Schüler verteilen sich auf die Abteilungen und erlernen dabei die grundlegenden kaufmännische Tätigkeiten. Und alles, was im richtigen Berufsleben wichtig ist, ist auch bei Form & Norm von Bedeutung: Teamfähigkeit, Eigenverantwortung, eine professionelle Arbeitshaltung, Zuverlässigkeit, Identifikation mit dem Arbeitsbereich und Solidarität untereinander.

Firma weiterentwickelt

Für Timm Tode hat das nichts mit Spielerei zu tun: „Das ist eine sehr ernsthafte und realitätsnahe Vorbereitung auf die Praxis“, ist der Lehrer überzeugt. 1982 hat alles mit Schreibmaschinen angefangen. Seitdem hat sich vieles getan. Die moderne Technik hat längst Einzug gehalten bei Form & Norm. In den vergangenen 17 Jahren ist das Unternehmen – trotz Jahr für Jahr wechselnden Personals – nicht nur weitergeführt, sonder auch weiterentwickelt worden.

Drei Stunden in der Woche arbeiten die Schüler in der Übungsfirma. Erklärtes Ziel ist es, mit der Teilnahme an dem Projekt die Chancen der Schüler auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen.


Die Schüler sind je nach persönlichem Interesse einem der Arbeitsbereiche zugeteilt worden. Madita Häßler ist für Marketing zuständig. „Das ist sehr vielfältig, und man kann auch kreativ sein“, freut sich die Schülerin. Einen Pressevertreter durch die Firma zu führen, die mit 30 PC-Arbeitsplätzen ausgestattet ist, das macht sie nicht alle Tage. Aber sie löst diese Aufgabe mit Bravour. Und überhaupt: Überall wird emsig auf Tastaturen getippt, man tauscht sich aus, jeder weiß, was er zu tun hat. Nur hin und wieder muss Geschäftsführer Thorben Krause ein Machtwort sprechen.

Geschäfte per EDV

Learning by doing – nach diesem Prinzip erfahren die Schüler, worauf es in der beruflichen Praxis ankommt. Jede Klasse führt ihr eigenes Unternehmen, mit eigenen Lieferanten, Kunden und eigener Bankverbindung. Die Geschäfte werden mit Hilfe der EDV abgewickelt. Die Computerprogramme Word, Excel und die Software für die Buchhaltung, Lexware, kommen dabei zum Einsatz.

Natürlich hoffen die Schüler, dass sie ihre Kenntnisse nach der einjährigen schulischen Ausbildung in einem richtigen Betrieb unter Beweis stellen können. Und um die Chancen zu erhöhen, wird auch ein Bewerbertraining für die Jugendlichen angeboten.