Nordenham/Brake - Darauf haben die Einzelhändler und auch viele Kunden lange gewartet: Seit Montag dürfen die Geschäfte wieder öffnen. Unter der Bedingung, dass die Verkaufsflächen nicht größer als 800 Quadratmeter sind und die Hygienevorschriften eingehalten werden. Der erste Tag nach der fast fünfwöchigen Zwangspause in Folge der Corona-Pandemie brachte auch in Nordenham und Brake wieder Leben in die zuletzt verwaisten Innenstädte.

Ein Stück Normalität kehrt zurück, aber vieles ist anders beim Einkaufen. „An die neue Situation müssen wir uns erst gewöhnen“, sagt Jörg Irmer. Er ist Inhaber eines Herrenmode-Hauses und Vorsitzender des Vereins Nordenham Marketing & Touristik. Jörg Irmer bietet seinen Kunden selbstgenähte Atemschutzmasken an und trägt selbst auch eine. Er freut sich über das Ende des Stillstandes und hofft, dass sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen hält. „Die nächsten Wochen werden es zeigen“, sagt er.

Die Kunden zeigen viel Verständnis für die Hygiene- und Abstandsregeln. Aber Jörg Irmer hat festgestellt, dass eine „gewisse Verunsicherung schon da ist“. Das bestätigt sich bei einer Umfrage unter Passanten in der Nordenhamer Fußgängerzone. Die meisten Befragten sind froh über die Wiederöffnung der Geschäfte, wissen aber, dass die Krise noch lange nicht überstanden ist.

Dass wieder Bewegung in die Geschäftswelt kommt, war auch in Brake spürbar. Neben den wieder geöffneten Geschäften sorgte das schöne Wetter für Leben in der Fußgängerzone. Große Menschenmengen waren aber weder dort noch im Famila-Center an der Weserstraße zu beobachten.

Kein Problem schien für die Braker die Einhaltung von Hygienemaßnahmen zu sein. Wo sich doch einmal eine Schlage vor einem Geschäft bildete, reihten sich die Menschen auch ohne entsprechende Markierungen auf dem Bürgersteig und mit ausreichendem Abstand ein. Viele Kunden und die meisten Mitarbeiter der Geschäfte waren mit Mund-und-Nasen-Schutz anzutreffen.


„Keiner möchte, dass noch ein Shutdown kommt“, sagte Anja Schlottke, die in der „Ernsting’s family“-Filiale im Famila-Center arbeitet. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Braker Geschäften wurden daher gewissenhaft Maßnahmen zum Infektionsschutz, wie zum Beispiel das Anbringen von Plexiglaswänden an den Kassen, ergriffen.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)