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Datenschutz Neuer lockt nicht: Alter Ausweis gefragt

Horst Lohe

NORDENHAM - Bevor am 1. November der neue digitale Personalausweis kommt, wollen sich zahlreiche Nordenhamer noch ein neues Exemplar des alten Ausweises sichern. „Wir bekommen wöchentlich so viele Anträge wie früher in einem Monat“, berichtet Kerstin Spielhagen, Mitarbeiterin der Einwohnermeldestelle im Rathaus. Alleine am vergangenen Freitag seien 20 Anträge gestellt worden. Dazu diese Zahl: Im Jahre 2009 hat die Stadt insgesamt 2954 Personalausweise plus 244 vorläufige ausgegeben.

Dagegen habe es bisher nur einzelne Anfragen nach dem neuen Ausweis mit integriertem Chip gegeben, so Kerstin Spielhagen. Viele Bürger scheuten offenbar die höheren Kosten (für den alten zahlen sie 8 Euro, der neue kostet 28,80 Euro). Viele äußerten aber auch Unsicherheit darüber, ob der digitale Ausweis mit seinen neuen Möglichkeiten fälschungssicher ist. Auch bezweifelten Bürger, dass sie die neuen Funktionen nutzen wollen.

Wie berichtet, erfüllt der neue Personalausweis im Kreditkartenformat gleich mehrere Aufgaben. Er ist nicht nur Ausweis gegenüber Behörden, etwa bei einer Polizeikontrolle. Er kann auch als Identifikationsnachweis für Online-Geschäfte eingesetzt werden.

Zudem kann die Plastikkarte für die elektronische Signatur verwendet werden. Damit können also zum Beispiel digitale Dokumente rechtsverbindlich unterschrieben werden.

Keine Umtauschpflicht

Es gibt keine Umtauschpflicht für alte Ausweise. Sie bleiben bis zum aufgedruckten Ablaufdatum gültig. Jedermann kann aber seinen Ausweis vorzeitig gegen einen neuen elektronischen umtauschen. Für Antragsteller ab 24 Jahren kostet er 28,80 Euro und bleibt zehn Jahre gültig. Für unter 24-Jährige sind 22,80 Euro zu zahlen und ihr Ausweis läuft schon nach sechs Jahren ab.


Rudolf Müller, Amtsleiter für Ordnung und Soziales im Nordenhamer Rathaus, wagt keine Prognose, ob und inwieweit ab 1. November eine starke Nachfrage nach dem neuen einsetzen wird. Einen Personalausweis brauche jeder. Die Frage sei aber, ob man die neuen Möglichkeiten, die mit dem digitalen Ausweis verbunden sind, nutzen will.

Wie auch immer: „Wir sind vorbereitet“, sagt der Amtsleiter. Kerstin Spielhagen: „Das ist ganz schwer einzuschätzen, aber ich denke, es wird erstmal verhalten losgehen.“

Die technische Umstellung erfordert auch im Nordenhamer Rathaus erheblichen Personaleinsatz. Die Bundesdruckerei hat die sogenannten Änderungsterminals kurzfristig ausgeliefert. Täglich kommen Änderungen.

Statt bisher für zwei, sind jetzt die technischen Voraussetzungen für drei Arbeitsplätze in der Einwohnermeldestelle geschaffen worden. „Unser Ziel ist, die Wartezeiten möglichst gering zu halten“, sagt Rudolf Müller.

Mehr Bearbeitungszeit

Bisher dauerte eine Beantragung sieben bis acht Minuten. Für den neuen Ausweis hofft Kerstin Spielhagen ein Einpendeln auf weniger als 30 Minuten. Gleich vier Formulare müssen ausgedruckt, unterschrieben und gescannt werden.

Dann bleibt abzuwarten, wie viele Wochen es dauert, bis die Bundesdruckerei die vorläufige PIN-Nummer an die Antragsteller verschickt. Bei Abholung des neuen Ausweises müssen weitere Formulare ausgefüllt werden, Kerstin Spielhagen hofft aber, dass dies in nur fünf Minuten zu erledigen sein wird.

Sie selbst besitzt einen Personalausweis, der noch vier Jahre gültig ist. „Ich warte mit der Bestellung eines neuen ab, bis mein alter abgelaufen ist. Ich weiß nicht, ob ich die Möglichkeiten des neuen nutzen werde.“

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