NORDENHAM - Die große Deutschland-Fahne und die Klassik-Klänge unterstrichen die Besonderheit der Veranstaltung. 100 Gäste haben sich am Mittwochabend zu einer Feier im Ratssaal versammelt, um einen Nordenhamer zu ehren, für den der Einsatz für die Schwächeren der Gesellschaft eine Lebensaufgabe ist: Fred Memenga. Landrat Michael Höbrink zeichnete den Vorsitzenden des Arbeitslosenzentrums und Gründer der Nordenhamer Tafel mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.
Der Landrat betonte, dass „es heute einen trifft, der es ganz besonders verdient hat“. Fred Memenga nehme den Antrieb für sein „großartiges Engagement“ nicht etwa aus einem Bestreben nach Anerkennung. Sondern für den 70-Jährigen gehe es stets um die „reine Hilfsbereitschaft gegenüber den Mitmenschen“.
Zu den ehrenamtlichen Verdiensten des früheren Ausbildungsleiters bei Felten & Guilleaume gehören auch seine Tätigkeit als Prüfungsausschussmitglied der Industrie- und Handelskammer Oldenburg sowie seine Mitarbeit in der evangelisch-lutherischen Kirche und in der Diakonie. 1988 entstand auf seine Initiative das Arbeitslosenzentrum in Trägerschaft der Kirche und der Stadt Nordenham. 2005 rief Fred Memenga die Nordenhamer Tafel ins Leben. Über diese Hilfseinrichtung, die mittlerweile auch mit Niederlassungen in Brake, Butjadingen und Stadland vertreten ist, werden 1700 bedürftige Menschen in der Wesermarsch mit Lebensmitteln versorgt. „Mit einem solchen Zulauf hatten wir nicht im Entferntesten gerechnet“, sagte Fred Memenga.
Vor zwei Jahren brachte Fred Memenga die Gründung der Bürgerstiftung Nordenham, deren Vorstandsvorsitzender er heute ist, auf den Weg. Die Stiftung hat das Gebäude, in dem das Arbeitslosenzentrum und die Nordenhamer Tafel untergebracht sind, erworben und damit den Erhalt der sozialen Einrichtungen sichergestellt.
Neben Landrat Michael Höbrink und dem Landtagsabgeordneten Björn Thümler, der sich in Hannover für die Ordensverleihung eingesetzt hatte, würdigten neun weitere Redner die Leistungen des Geehrten. Dazu gehörten der Oldenburger IHK-Präsident Dr. Karl Harms, NSW-Geschäftsführer Dr. Valentin Jug, Kreispfarrer Walter Janßen, der Oldenburger Diakonie-Vorstand Joachim von der Osten, die Bürgermeister Hans Francksen aus Nordenham, Roland Schiefke aus Brake, Boris Schierhold aus Stadland und Rolf Blumenberg aus Butjadingen sowie der Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch, Martin Schindler. Mit klassischen Musikbeiträgen bereicherten Beate Hermenau, Ute Extra und Stefan Tönjes den Abend.
Alle Gratulanten hoben Fred Memengas Optimismus und Zielstrebigkeit hervor. „Er stellt nicht die Probleme, sondern die Lösungen in den Vordergrund“, sagte Martin Schindler. Rolf Blumenberg betonte, dass es gerade in einer Zeit zunehmender sozialer Kälte wichtig sei, „Vorbilder wie Fred Memenga“ zu haben. Valentin Jug bezeichnete den Ordensträger als einen „Überzeugungstäter“ für die gute Sache.
Seine Dankesrede verband Fred Memenga mit dem mahnenden Appell, das materielle Denken zurückzunehmen und stattdessen zu versuchen, „unsere Welt menschlicher zu machen“. Dazu hat er zweifellos schon einen großen Anteil beigetragen.
