NORDENHAM - In der Zeit nach den Feiertagen klingeln bei vielen Einzelhändlern noch einmal kräftig die Kassen: Da werden Gutscheine eingelöst, Geschenke umgetauscht, und viele derjenigen, die bei der Bescherung mit Euro-Scheinen bedacht wurden, können es kaum erwarten, sich etwas Schönes dafür zu kaufen. Auch die Nordenhamer Einzelhändler bekommen die Nachwehen des Weihnachtsgeschäfts zu spüren. Sie haben alle Hände voll zu tun, zumal sie ihre Kundschaft mit Schnäppchenangeboten in die Läden locken.
Das Weihnachtsgeschäft beurteilen die meisten als zufriedenstellend. Aber nicht alle: Viola Buller, Inhaberin des Modegeschäfts Buller, macht kein Geheimnis daraus, dass der Dezember für sie „nicht so gut gelaufen ist“. Grund: Wegen des milden Wetters sind warme Wintersachen in den Regalen liegen geblieben. „Und sonnabends war die Stadt tot“, sagt Viola Buller.“ Arne Buller, der das Schuhgeschäft in der Fußgängerzone betreibt, hat die gleichen Erfahrungen gemacht.
Dass Winterware nicht so nachgefragt wurde wie im frostigen Dezember des Vorjahres hat auch Anke Coldewey, Inhaberin von Mode Schröder, festgestellt. Herrenausstatter Jörg Irmer berichtet ebenfalls, dass Handschuhe, Schals und Mützen nicht so begehrt waren wie im Vorjahr. Zufrieden sind sie trotzdem mit dem Weihnachtsgeschäft. Jörg Irmer spricht von „Verschiebungen zwischen den Warengruppen“.
Vor allem in den Bekleidungsgeschäften sind die Schilder, die auf reduzierte Ware hinweisen, zurzeit unübersehbar. Aber Rabatte gab es schon in der Adventszeit. „Wir würden unsere Kunden verprellen, wenn die Ware vor Weihnachten deutlich teurer ist als danach“, sagt Anke Coldewey. Für Schnäppchenjäger bietet sich die Zeit nach Weihnachten trotzdem für einen Einkaufsbummel an. Denn gerade in der Textilbranche haben viele Einzelhändler noch einmal den Rotstift angesetzt. Nachlässe von bis zu 40 Prozent sind keine Seltenheit.
Auch in anderen Branchen hält das Nachweihnachtsgeschäft die Einzelhändler auf Trab. Die Buchhändlerin Anne von Bestenbostel und ihre Kolleginnen haben alle Hände voll zu tun. Schließlich sind Büchergutscheine der Renner in der Adventszeit. Viele von ihnen landen schon kurz nach dem Fest dort, wo sie ausgestellt wurden. Anne von Bestenbostel ist mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden: „Es lief besser als im vergangenen Jahr.“ Ganz oben auf der Hitliste stand bei ihr ein Buch mit dem Titel „So backt dat“. Der Verkauf dieser Sammlung von Landfrauenrezepten erreichte zeitweise Harry-Potter-Dimensionen.
Zufrieden äußert sich auch Manfred Panitz, der im Juweliergeschäft Klein als Uhrmacher und Fachberater beschäftigt ist: „Es lief gut, so wie in den vergangenen Jahren.“
