NORDENHAM - Nur trockenes Holz darf verheizt werden. Das sagt der Nordenhamer Schornsteinfeger Hans Werner Hülsmann.
von Jens Joest
NORDENHAM - Die Kosten für Heizöl steigen seit Jahren – und mit ihnen der Gaspreis. Deshalb steigen offenbar immer mehr Menschen auf Holz um, um ihr Zuhause wohnlich warm zu heizen.Gerd Wessels von OBI in Atens zum Beispiel sagt, die Nachfrage nach Kaminöfen sowie nach Holz und Briketts habe in den vergangenen drei Jahren in dem Baumarkt stetig zugenommen.
Rainer Stoffers, Inhaber eines Gartenbaubetriebs in Waddens, hat ebenfalls eine wachsende Nachfrage nach Brennholz bemerkt. „Wenn ich bei meinen Kunden Bäume fälle, bitten mich immer mehr Menschen, das Holz nicht zu entsorgen, sondern es als Heizmaterial zurückzulassen“, berichtet er.
Bei der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft Butjadingen-Seefeld (RWG) schließlich sind kleine Holzscheite stark gefragt, die in Zwölfeinhalb-Kilo-Säcken verkauft werden. Ähnlich beliebt seien Briketts aus gepressten Holzspänen. „Ich vermute, dass damit vor allem Ferienhäuser in Butjadingen beheizt werden“, sagt Klaus Eichler von der RWG in Burhave. Diese seien oft nicht während der gesamten Heizperiode bewohnt. Da könne ein Holzofen ausreichen, um tageweise zu heizen.
Holzöfen würden ohnehin meist als Zusatzheizung oder für die Übergangszeit benutzt, wenn die Wohnung noch nicht kontinuierlich mit Gas oder Öl beheizt werde, sagt Hans Werner Hülsmann, Bezirksschornsteinfeger in Nordenham-Süd.
Eine Variante des Holzofens ist der Kachelofen, der meist in einem zentralen Raum eingebaut ist. Wenn er groß genug ist, kann er nach Angaben Hülsmanns mehrere umliegende Räume heizen.
Die zweite Variante ist ein transportabler Kaminofen. Er kann in jedem Raum angeschlossen werden, der über Zugang zu einem Schornstein verfügt. Die Leistung des Kaminofens genügt zumeist, um den Raum zu heizen, in dem er aufgestellt ist.
„Wer einen Holzofen betreiben möchte, sollte das mit seinem Schornsteinfeger besprechen“, sagt Hülsmann. Dieser müsse den Ofen aus Brandschutzgründen vorher prüfen. „Ohne diese Abnahme besteht kein Versicherungsschutz“, warnt Hülsmann.
Befeuern solle man Öfen nur mit trockenem, unbehandelten Holz, erläutert der Schornsteinfeger. Die meisten Holzsorten müssten ein bis zwei Jahre an der Luft gelagert werden, bis die Restfeuchte auf 20 Prozent gesunken sei. Eichenholz brenne zwar länger, müsse aber auch bis zu drei Jahre lagern.
Feuchtes Holz heize weniger effektiv, weil ein Teil der Wärme benötigt werde, um das restliche Wasser zu verdampfen. „Zudem verbrennen nicht alle Kohlenwasserstoffe, weswegen es zu Geruchsbelästigung in der Nachbarschaft kommen kann“, sagt der Schornsteinfeger.
Schließlich dürfe man Holzöfen nicht drosseln: „Viele Leute drehen die obere Luftzufuhr ab, wenn es zu warm wird“, weiß Hülsmann. Ohne diese sogenannte Sekundärluft könne das Holz dann nicht vollständig verbrennen, was ebenso zu Geruchsbelästigung führe.
Wer effektiv mit Holz heizen wolle, der komme an Öfen mit geschlossenem Feuerraum nicht vorbei. Denn eines ist laut Hülsmann sicher: „Ein offener Kamin kann nur der Gemütlichkeit dienen“ – so schön prasselnde Flammen auch aussehen mögen.
Der Schornsteinfeger
muss den
Holzofen
abnehmen
