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Freizeit Schreber zwischen Liegestuhl und Acker

NORDENHAM - Die Schreber vom Verein Naturglück haben den Kleingartenwettbewerb der Stadt Nordenham gewonnen. Im Gartenfreude-Vereinsheim haben sie am Mittwochabend aus den Händen des stellvertretenden Bürgermeisters Ulf Riegel den Preis bekommen. Den zweiten Preis gab’s für die Schreber am Wasserturm. Auf dem dritten Platz landeten die Gastgeber der Siegerehrung. Platz eins wurde mit einem Gutschein über 150 Euro belohnt, für Platz zwei gab’s 75 Euro und für den dritten Platz 50 Euro.

Eine Jury aus Ratspolitikern und Verwaltungsmitarbeitern hatte im August die Anlagen begutachtet. Die Kriterien: Zustand der äußeren Einfriedung, Zustand der Wege, Gemeinschaftsplätze und Gebäude, Umweltschutz, Natur und Lebensraum sowie Ziergärten und Nutzgärten.

Die Entscheidung fiel knapp aus. Für Naturglück gab’s 237 Punkte, für die Anlage Am Wasserturm 231 und für Gartenfreude 227. Neben diesen Vereinen hatte noch Blüh auf an dem Wettbewerb teilgenommen.

Dickes Lob

Ulf Riegel stellte den Kleingärtnern ein dickes Lob für ihre Arbeit aus. Nordenhams grüne Lunge sei zum Großteil ein Verdienst der Kleingärtner. Außerdem freute sich der stellvertretende Bürgermeister darüber, dass die Kleingärtner ihre Anlagen für alle Nordenhamer öffnen und ihnen die Gelegenheit geben, ein Stück Natur zu genießen. Dies sei in früheren Zeiten keine Selbstverständlichkeit gewesen.

Zumindest die drei erstplatzierten Vereine des Kleingartenwettbewerbs können sich über eine mangelnde Belegung ihre Anlagen nicht beklagen. Nur vereinzelt stehen Parzellen leer. Gleichwohl befindet sich die Kleingartenkultur auch in Nordenham im Umbruch. Das bestätigten die Vertreter der Vereine, die am Mittwoch die Preise entgegennahmen: Ulfert Peters (Ehrenmitglied beim Verein Naturglück), Karl-Heinz Bittner (2. Vorsitzender des Vereins Am Wasserturm) und Günther Böger (Vorsitzender des Vereins Gartenfreude).

Thema Gemeinschaft: Für viele der älteren Kleingärtner sind gemeinsame Arbeiten und gemeinsame Feste eine Selbstverständlichkeit. Für jüngere Familien, die sich zunehmend für frei werdende Parzellen interessieren, scheint dies aber nicht in gleichem Maße zu gelten.

Hinzu kommt, dass gerade jüngere Leute offensichtlich nicht allzu viel von den Vorgaben im Bundeskleingartengesetz halten. Das sieht nämlich vor, dass die Parzellen jeweils zu einem Drittel für Ackerbau, Rasen und Laube genutzt werden. „Danach richtet sich aber keiner mehr“, sagt Ulfert Peters. Gerade jüngere Familien gehe es eher um Entspannung im Liegestuhl als um Ackerbau. Da stellt sich die Frage, ob das Bundeskleingartengesetzt tatsächlich noch zeitgemäß ist. „Eigentlich müsste es überarbeitet werden“, sagt Karl-Heinz Bittner.

Um Zukunft nicht bange

Der 2. Vorsitzende des Vereins Am Wasserturm ist aber überzeugt davon, dass das Ackerland wieder in Mode kommt. Er sieht einen Zusammenhang mit dem Anstieg der Lebenshaltungskosten. Auch Günther Böger glaubt, dass die wirtschaftliche Not die Zukunft der Schrebergärten sichert. In vielen Großstädten sei dieser Trend bereits zu sehen.

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