NORDENHAM - Das war das Problem: Um vom Haus zur Terrasse und zurück zu gelangen, mussten wir über den Rasen laufen und haben dabei Nässe und Schmutz mitgenommen, berichtet Kerstin Deutzmann. Mit dem Bau eines 80 Zentimeter schmalen Gartenweges hat die Familie das Problem gelöst.
Die 37-jährige Erzieherin freut sich zudem über einen zweiten Weg, den die Familie im Vorgarten ebenfalls in Eigenarbeit geschaffen hat. So müssen die Kinder aus der von ihr geleiteten Kindertagesstätte Villa Kunterbunt, die auf dem Familiengrundstück untergebracht ist, nicht mehr an der Straße entlang zur Garagenzufahrt laufen, wenn sie Bollerwagen aus der Garage holen wollen.
Wie berichtet, hat Kerstin Deutzmann bei der Frühlings-Aktion derNWZ
den fachmännischen Beistand von Diplom-Ingenieur Stephan Deberding von der Nordenhamer Firma K.W. Siefken gewonnen.Jetzt ging es, so der Gartenberater, um relativ leicht herzustellende Wege, die gestalterisch gut zum Familiengarten passen.
Etwa 20 Zentimeter tief ist der etwa 80 Zentimeter schmale und zehn Meter lange Weg zwischen überdachter Terrasse und Wohnhaus ausgekoffert worden. Die Grassoden sind entsorgt worden. Der gute Gartenboden ist wieder verwendet worden für Beete.
Als Tragschicht des Weges ist Splitt eingebracht und mit einem Handstampfer verdichtet worden. Darauf ist ein Vlies gelegt worden, damit sich der Splitt nicht mit der Deckschicht aus kleinkörnigem Weserkies vermischt. Zur Wegeinfassung sind Natursteine verwendet worden. In gleicher Weise ist der etwa 14 Meter lange Weg im Vorgarten gebaut worden.
Die Natursteine haben im Gegensatz zu starren Kantensteinen einen harmonischen Wegeverlauf ermöglicht, erläutert Gartenberater Stephan Deberding von der Nordenhamer Firma K.W. Siefken.
Bei den Schichten sollte darauf geachtet werden, wie stark sie eingebaut werden. In diesem Fall waren etwa 15 Zentimeter Splitt und eine bis zu fünf Zentimeter hohe Deckschicht aus Kies zu empfehlen. Ein solcher relativ einfach zu bauender Weg ist für den Bedarf der Familie völlig ausreichend. Es geht ja nicht um Belastungen wie etwa bei einem Radweg.
Die Tragschicht aus Splitt ist laut Gartenberater zur Verdichtung nötig, weil sich der Boden immer wieder ein wenig setzen oder versacken kann. Als Tragschicht kommen beim Wegebau auch Sand oder Schlacke in Frage. Bei Grundstücksauffahrten wird Schotter verwendet.
In einem Hausgarten lässt sich auch ein Trampelpfad ganz einfach aus Mulchmaterial (zum Beispiel Schredder oder Rindenmulch) anlegen. Allerdings muss ein solcher Weg regelmäßig ausgebessert werden.
Als ganz modern gelten bei der Einfassung von Gartenwegen Schienen aus Metall oder Kunststoff. Ganz ohne Einfassung wirken Wege leichter, sind aber auch weniger stabil.
Bei sogenannten wegegebundenen Wasserdecken wie sie in Parks, aber auch als Radwege anzutreffen sind, wird Splitt als Deckschicht auf eine Tragschicht aus Sand oder Schotter aufgebracht. Der Unterhaltungsaufwand solcher Wege ist freilich groß.
Wege dienen laut Stephan Deberding von der Nordenhamer Firma K.W. Siefken auch der Bildung von Gartenräumen und sind Gestaltungsmerkmale sowie Brücken, die Flächen miteinander verbinden. Als Wegebelag kann je nach Geschmack auch Stein- oder Plattenmaterial aus Klinker, Beton oder Naturstein in verschiedenen Formaten verwendet werden.
Kerstin Deutzmann ist froh, den Bau in Handarbeit hinter sich zu haben: Beide Wege sind praktisch und schön. Aber das war schwere Arbeit, die vor allem über den Rücken geht. Ein zweites Mal würde ich so etwas nicht machen.
