NORDENHAM - Statt klirrender Kälte herrschen ununterbrochen seit November relativ milde Temperaturen. Frost hat es bisher fast gar nicht gegeben. Der aus der NWZ -Frühlingsaktion 2011 bekannte Gartenberater Stephan Deberding (38) von der Nordenhamer Garten- und Landschaftsbaufirma K.W. Siefken bestätigt: „Die Natur ist jetzt schon im Vorfrühling.“ Zugleich rät der Fachmann allen Hobbygärtnern, nicht voreilig in Frühlingslaune zu verfallen. „Wir sind noch im Winter. Es ist noch lange kein Frühling. Für das kommende Wochenende ist sogar Frost vorhergesagt.“

Zwar haben Haselsträucher und Birken bereits angefangen zu blühen – was Allergikern schon jetzt Probleme bereitet. Krokusse sind schon gesichtet worden und bescheren wie auch Winterlinge erste Farbtupfer auf den Böden. Dennoch handeln Hobbygärtner laut Stephan Deberding verfrüht, wenn sie jetzt schon Winterschutz wegnehmen, Rosen beschneiden oder düngen.

Knospen verschonen

Der Nordenhamer Gartenexperte empfiehlt, sich auf den ohnehin im Januar und Februar fälligen Gehölzschnitt zu konzentrieren. Das gilt vor allem für Obstbäume und sommergrüne Ziersträucher. „Zu beachten ist aber: Knospen, die dabei weggeschnitten werden, können im Frühjahr nicht mehr zur Blüte beitragen.“

Solange kein Frost auftritt, besteht zudem jetzt – wie sonst im Herbst oder Frühjahr – Gelegenheit zu Gehölzpflanzungen.


„Gartenfreunde sollten auch nochmals mit offenen Augen durch ihren Garten gehen“, sagt Stephan Deberding und gibt weitere Tipps, was jetzt getan werden kann:

  Sturmschäden sollten beseitigt werden. Abgeknickte Äste und herausgebrochene tote Äste sind zu entsorgen. Nachgeschnitten werden sollte sauber auf Astring. Als Ast-ring wird die Wulst an der Ansatzstelle eines Astes bezeichnet. Diese Wulst sollte stehen bleiben, weil sich daraus später sogenannter Kallus bildet – das Wundgewebe, welches die Schnittfläche verschließt.

  Anbindungen von Neuanpflanzen sind zu überprüfen. Winterschutz für Pflanzen sollte nachgearbeitet werden. Zum Beispiel können Kamelien und Rosen mit Reisigmatten oder Laub oder auch Vlies geschützt werden.

  Jetzt ist auch angebracht, Rasenflächen nachzusäubern, also von Laub und Totholz zu befreien. Denn andernfalls könnten im Frühjahr Kahlstellen auftreten, weil dort dem Rasen Licht und Luft fehlen.

Es gibt also genug zu tun. Wer vorhat, Beete für das Frühjahr vorzubereiten, um den Effekt der Frostgare zu nutzen, sollte damit aber noch warten, empfiehlt Stephan Deberding. Denn der Boden ist jetzt noch zu feucht. Wenn er jetzt bearbeitet wird, verdichtet er sich. Das Ziel, durch ein Umgraben die Frostgare und damit sehr feinkörnigen Boden für Beete zu erreichen, würde verfehlt.

Zur Verschönerung und Auflockerung von Hausgärten sind Ziergräser im Trend. Laut Stephan Deberding ist das Angebot reichhaltig. Es reicht vom Pampasgras über Lampenputzer-Gras, Schilf und Rutenhirse bis hin zum Bambus. Ziergräser gelten als modern. Sie passen zur Marschenlandschaft, die von Gräsern, vor allem von Reitgras, geprägt ist. „Wenn ein Garten im Winter langweilig und trist wirkt, kann das mit Ziergräsern geändert werden.“

Eine Winterzierde

Wachstumsbedingt kommen sie erst im Spätsommer und Herbst zur Geltung. Wer sie als Winterzierde nutzen möchte, sollte sie erst am Ende des Winters zurückschneiden, wenn kein Frost mehr herrscht. Denn bei Frost können frische Halme kaputtfrieren. Stephan Deberding: „Rauhreif an Gräserhalmen beschert einen schönen winterlichen Aspekt.“

  Ziergräser können wie Stauden ab Frühjahr gepflanzt werden.