Nordenham - Zuerst die gute Nachricht: Die Stadt Nordenham ist mit zwei Unternehmen im Gespräch, die ernsthaftes Interesse an der Errichtung eines Einzelhandelszentrums in der nördlichen Fußgängerzone haben. Jetzt die schlechte Nachricht: Beide wünschen sich eine sechsmonatige Frist, um die Projektentwicklung zu vertiefen und den Mietermarkt zu sondieren. Diesem Wunsch will die Stadt nachkommen – mit der Folge, dass frühestens im Januar 2019 ein konkretes Konzept auf dem Tisch liegt. Somit ziehen sich die schon seit Jahren laufenden Bemühungen, mit einer neuen Ladenzeile den verödeten Nordabschnitt der Fußgängerzone wiederzubeleben, weiter hin.

Zuletzt hatten sich Rat und Verwaltung darauf verständigt, Mitte dieses Jahres eine Entscheidung zu treffen. Jetzt gaben sie sich aufgrund der „neuen Entwicklungen“, wie es Bürgermeister Carsten Seyfahrt ausdrückte, eine weitere Verlängerung.

Carsten Seyfarth machte in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Donnerstagabend deutlich, dass das Projekt „nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag“ hinausgezögert werden dürfe. Aber mit Blick auf die veränderte Ausgangslage, die sich durch den Auftritt eines neuen Investors ergeben habe, hält er einen Aufschub um sechs Monate für hinnehmbar.

Mit einem der beiden Interessenten ist die Stadt schon seit Jahren im Gespräch. Dieser Projektentwickler hatte einen Investor an der Angel, der mit dem Neubauvorhaben ausschließlich eine gewerbliche Nutzung verfolgte. Zudem enthielten die Vertragsentwürfe laut Carsten Seyfarth „zu viele Fallstricke“. Als weiteres Erschwernis kam hin zu, dass dieser Interessent ein weiteres Grundstück für seine Pläne benötigte. Eine Einigung war daher nicht in Sicht. Nun hat der besagte Projektentwickler aber einen anderen Investoren gefunden, der sich durchaus eine Mischnutzung aus Gewerbe und Wohnen für den Neubaukomplex vorstellen kann.

In diese Richtung gehen auch die Pläne des zweiten Interessenten. Dabei handelt es sich nicht um einen Projektentwickler, sondern um eine Immobiliengesellschaft. Mit diesem Unternehmen steht die Stadt seit Ende 2017 in Verhandlungen.

Angesichts der großen Bedeutung des Vorhabens waren sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses darüber einig, dass den potenziellen Investoren die erbetene Planungszeit gewährt werden sollte.


Der weitere Ablauf sieht so aus, dass die Stadtverwaltung anhand der noch vorzulegenden Grobkonzepte einen der beiden Interessenten auswählt und mit ihm eine Exklusivvereinbarung für die Projektentwicklung und -vermarktung abschließt. Nach einem halben Jahr muss dann ein detailliertes Konzept ausgearbeitet sein, über das letztlich der Stadtrat entscheidet.

Im Zuge der Planungen für das neue Einkaufszentrum will sich der Stadtrat auch mit der Frage beschäftigen, ob die nördliche Fußgängerzone für den Verkehr freigegeben werden sollte. Diesen Vorschlag brachte der WIN-Ratsherr Dr. Ulrich Kerney in die Diskussion ein. Er verspricht sich von der Verkehrsfreigabe einen Anreiz für Geschäftsinhaber, sich dort anzusiedeln.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)