NORDENHAM - Geregnet hat es in der Wesermarsch schon lange nicht mehr. Doch Gartenbesitzer und Landwirte müssen sich noch keine Sorgen um ihre Pflanzen machen.
Von Manon Garms
NORDENHAM - Sonnenanbeter sind in den vergangenen Wochen voll auf ihre Kosten gekommen, denn es standen kaum Wolken am Himmel und auch Regen fiel nur sehr spärlich. Das frühsommerliche Wetter behagt jedoch nicht allen. Gerade Landwirte und Gartenbesitzer sehnen Regen herbei.Zurzeit sind ihre Sorgen aber unbegründet. „In unserer Region gibt es jetzt noch keine Probleme, weil der Marschboden eine hohe Wasserspeicherkapazität hat“, erklärt Manfred Ostendorf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch. In Gebieten mit leichten Sand- oder Geestböden mache sich die Trockenheit viel früher bemerkbar. „Es bleibt jetzt abzuwarten, wie der Sommer wird. Sollte er so trocken sein wie der vergangene April, dann wird es auch hier in der Wesermarsch Probleme geben“, sagt Ostendorf.
Viele Gartenbesitzer haben in den vergangenen Tagen erste Dürresymptome bei ihren Pflanzen festgestellt. Wer Zugang zu einem Brunnen hat oder einen Regenwassertank sein Eigen nennt, der erfreut die Vegetation in seinem Garten mit einer täglichen Dusche. „Wenn jemand anfängt zu gießen, dann muss er es aber auch regelmäßig machen, also mindestens alle zwei Tage“, weiß Bernhard Brockmann, der als Gartenfachberater für den Kreisverband Wesermarsch der Kleingärtner und für den Nordenhamer Kleingärtnerverein „Blüh auf“ tätig ist.
Den Rasen brauchen Gartenbesitzer seiner Ansicht nach nicht zu bewässern, da dort der morgendliche Tau als Feuchtigkeitszufuhr ausreicht. Wer jedoch jetzt Rasen säen möchte, der muss auch gießen, damit die zarten Grashalme sprießen können. Dasselbe gilt für die Anpflanzung von Sträuchern. „Die wird man jetzt nicht durchkriegen, weil es zu trocken ist. Damit sollte man warten, bis es Regen gibt“, empfiehlt Brockmann.
Der Gartenfachberater betont zwar auch, dass es in der Wesermarsch-Region wegen des guten Bodens noch keine Schäden gibt. Dennoch sind ihm einige Veränderungen an der Vegetation aufgefallen. „Die Rosen tragen jetzt schon ihre Knospen, das ist drei bis vier Wochen früher als normal“, erzählt er. Zudem seien die Rosen vermehrt von Läusen befallen, was Brockmann auf die trockene Wärme der vergangenen Wochen zurückführt.
Auch bei der Garten- und Landschaftsbaufirma Siefken werden die Pflanzen zurzeit einmal am Tag bewässert. „Wichtig ist aber, sie nicht in der prallen Sonne zu gießen. Das sollte man morgens oder abends machen, wenn es kühler ist“, sagt Mitarbeiterin Anna Jogschies. Allen, die jetzt etwas anpflanzen wollen, legt sie nahe, auf Regen zu warten.
Der dürfte laut Deutschem Wetterdienst nicht mehr lange ausbleiben. „Am Montag wird es regnen und die Wetterlage stellt sich insgesamt um“, sagt Pressesprecher Günter Delfs. Es wird unbeständiger und in der kommenden Woche gibt es einen Wechsel aus Sonne und Wolken. Mit Niederschlägen ist dann häufiger zu rechnen.
