NORDENHAM - Vom 15. Mai bis zum 24. Juni ist Spargelzeit. Das Gemüse ist vielseitig zu verwenden, wächst jedoch nicht im Marschboden.

Von Manon GArms

Am Stand von Helga Seiker herrscht ein großer Andrang. Die Mitarbeiterin des Betriebes Thiermann aus Kirchdorf-Scharringhausen hat auf dem Nordenhamer Wochenmarkt alle Hände voll zu tun, um ihre Kunden mit Spargel zu versorgen. „Die Leute kaufen viel Spargel und ich bin mit dem Verkauf sehr zufrieden“, sagt sie. An ihrem Stand gibt es das Gemüse in allen Variationen: mit weißen, grünen und violetten Spitzen, als Babyspitzen oder Bruchspargel. Für welche Sorte der Kunde sich entscheidet, hängt zum einen vom Geschmack ab: So schmeckt zum Beispiel der Spargel mit violetter Spitze sehr kräftig, wohingegen derjenige mit weißer Spitze äußerst mild ist. Zum anderen isst aber auch das Auge mit: „Die Kunden nehmen am liebsten die weißen, gerade gewachsenen Stangen“, sagt Helga Seiker. Sie selbst isst Spargel in allen Variationen.

Horst Turkowski, der mit seinem Gemüsestand ebenfalls auf dem Wochenmarkt vertreten ist, zieht dagegen den violetten Spargel vor: „Ich mag die Stangen lieber, wenn sie einen kräftigen Geschmack haben.“ Sein Spargel wurde am Vortag gestochen, was jedoch nicht bedeutet, dass er nicht frisch ist. „Tagesfrischer Spargel kann nicht geschält werden. Mit einer Temperatur von 18 bis 19 Grad ist er dazu zu warm. Deswegen wird er über Nacht in kühles Wasser gelegt und dann am nächsten Tag verkauft“, erklärt Horst Turkowski. Er bezieht seinen Spargel aus Südoldenburg, denn der feste Marschboden in der hiesigen Region bietet keine guten Wachstumschancen.

Spargel ist in seiner Hochsaison vom 15. Mai bis zum 24. Juni jedoch nicht nur auf dem Wochenmarkt allgegenwärtig. Auch viele Gastronomen nutzen die Zeit, um ihre Gäste mit dem delikaten Gemüse zu verwöhnen. Und auch Ralf Boyksen, Leiter der Küche des CVJM-Sozialwerkes Wesermarsch, bewirtete am Freitag 95 Feinschmecker mit einem Spargelbüfett. „Dieses Gemüse ist vielseitig einsetzbar und eignet sich auch besonders für Kalorienbewusste, da es zu 93 bis 94 Prozent aus Wasser besteht“, sagt Ralf Boyksen. Für die Kalorien sorgten jedoch die Fleischbeilagen, die der Koch seinen Gästen servierte: Schweinemedaillons, Schnitzel und Schinken. Dazu gab es Sauce Hollandaise, Estragonschaum und Kartoffeln. Der Küchenleiter hat neben traditionellen aber auch einige andere Rezeptvorschläge und empfiehlt Spargelsalat mit Hummerkrabbenschwänzen sowie Spargelgratin.