Nordenham - Anlässlich des Internationalen Frauentages fordert die IG Metall Wesermarsch Politik und Wirtschaft auf, weitere Impulse für eine Gleichstellung von Frauen und Männern zu setzen. „Noch immer machen Frauen seltener Karriere als Männer. Noch immer gibt es beim Entgelt teils massive Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit ist längst überfällig“, sagt Petra Deters, Vorsitzende des IG-Metall- Frauenausschusses in Nordenham.

Ein Schritt in die richtige Richtung sei das Entgelttransparenzgesetz, um Benachteiligungen beim Entgelt aufzudecken und abzubauen. Seit Anfang des Jahres gilt in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten ein individueller Auskunftsanspruch. „Allerdings ist der Schwellenwert noch zu hoch. Nur wenn mehr Transparenz herrscht, kann Ungerechtigkeit und Lohndiskriminierung beseitigt werden“, sagt Petra Deters.

Ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit sei der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie. „Ab 2019 haben Beschäftigte das Recht, nach einer Phase der Absenkung auf bis zu 28 Stunden wieder in die ursprüngliche Vollzeitarbeit zurückzukehren. Damit können viele Frauen der bisher drohenden Teilzeitfalle entgehen“, sagt Birte Reimann, die bei der IG Metall Wesermarsch die Frauenarbeit koordiniert. Zudem können Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie, die sich um Kinder kümmern oder Angehörige pflegen wollen, einen Teil ihres Entgelts in mehr Urlaubstage ummünzen. „Viele junge Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Das kam in unserer Beschäftigtenbefragung klar zum Ausdruck. Die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau hat sich verändert“, ergänzt Martin Schindler, Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch.

Gesetzlich sei das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit noch immer nicht verankert. „Viele Frauen hängen in der Teilzeitfalle. Das muss sich dringend ändern, um ungerechte Auswirkungen wie schlechtere Aufstiegswege, niedrigere Einkommen und weniger Rente zu bekämpfen“, sagt Petra Deters.