NORDENHAM - Die Garagenreihen sind verschwunden, am Dach des alten Aldi-Marktes klafft eine große Abbruchwunde: Das Hochaus am Mittelweg ist zurzeit von einer Baustelle umgeben. Dort laufen die Arbeiten für ein neues Ladengebäude auf Hochtouren. Das ursprüngliche Terminziel, noch in diesem Jahr den Neubau fertigzustellen, lässt sich aber nicht einhalten. Je nach Wetterlage im Winter geht die Bauleiterin Renate Wilken davon aus, dass Aldi im Februar 2011 die neuen Räume beziehen kann. Die Architektin ist bei der Planungsgruppe Braun in Meppen beschäftigt und koordiniert das Projekt in Nordenham.
2,5 Millionen Euro
Als Investor hat Hartmut Illmer aus Schwarme das Vorhaben auf den Weg gebracht und dafür die Projektgesellschaft Nordenham gegründet. Im Umfeld des Hochhauses lässt der Betriebswirt auf einem 7200 Quadratmeter großen Grundstück, das er von der Westgrund AG erworben hat, nicht nur einen neuen Discounter errichten, sondern parallel zum Mittelweg auch eine Ladenzeile für verschiedene Nutzer. Zudem entstehen 100 Parkplätze für Aldi-Kunden und weitere 16 für die Besucher der Geschäfte in der Ladenzeile. Das gesamte Investitionsvolumen beziffert Hartmut Illmer mit 2,5 Millionen Euro.
Nachdem die Garagen abgerissen sind, richtet ein Tiefbauunternehmen jetzt das Baugrundstück soweit her, dass Anfang nächster Woche die Betonplatte für das Aldi-Gebäude erstellt werden kann. Dann geht es mit dem Hochziehen der Mauern weiter.
Das Discountergebäude hat eine Nutzfläche von 1180 Quadratmeter; der Anteil der Verkaufsfläche beläuft sich auf 800 Quadratmeter. Es wird mit rotbunter Klinkerfassade, Satteldach und Kupfergiebel im klassischen Aldi-Stil gestaltet. Sobald die Ladenräume fertig sind, zieht der Aldi-Markt aus seinem derzeitigen Domizil um. Den alten Gebäudetrakt aus den 70er Jahren lässt der Investor dann ebenfalls dem Erdboden gleich machen, um Platz für die neue Ladenzeile mit einer Nutzfläche von etwa 580 Quadratmetern zu schaffen. Bauleiterin Renate Wilken schätzt, dass die Errichtung der Ladenzeile drei bis vier Monate dauert. Im Frühsommer nächsten Jahres wäre dann das Gesamtprojekt abgeschlossen.
Die genaue Belegung der Geschäfte in der Ladenzeile steht noch nicht fest. Unter anderem sollen dort ein Kiosk, ein Back-Shop und ein Bistro angesiedelt werden. Laut Bauschild sind noch 247 Quadratmeter zu vermieten.
Tempo 30
Während der Bauphase müssen die Aldi-Kunden mit provisorischen Parkplatzbedingungen vorlieb nehmen. Am Mittelweg hat die Verkehrsbehörde der Stadt Nordenham im Bereich des Hochhauses die östliche Nebenanlage als Parkfläche für Autos ausgewiesen. Dort können 30 bis 40 Fahrzeuge abgestellt werden. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt in diesem Straßenabschnitt auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer ausgeschildert. „Bisher hat es keine größeren Verkehrsprobleme gegeben“, sagt Hergen Hadeler. Der Mitarbeiter der städtischen Verkehrsbehörde bittet die Anlieger um Verständnis, falls es zu Behinderungen kommen sollte.
Als Ersatz für die 26 abgerissenen Garagen der Hochhausbewohner hat der Investor in gleicher Zahl neue Autoabstellmöglichkeiten auf der Südseite des Gebäudes errichten lassen.
