Nordenham - Insgesamt 81 Wildkaninchen sind im vergangenen Jagdjahr zur Strecke gebracht worden. Fünf Tiere davon gehörten zum sogenannten Fallwild. Sie starben im Straßenverkehr. Das ergab der Streckenbericht des Hegerings Nordenham, der jetzt bei der Jahreshauptversammlung vorgestellt wurde.
Hauptjagdgebiet ist zurzeit das Strandbad. Hier erlegten die Jäger rund 60 Tiere. Der Bestand an Wildkaninchen betrage dort mehrere Hundert, schätzt Hegeringleiter Jörg Hullmann. Deshalb solle die Jagd hier auch in den Folgejahren weitergeführt werden, berichtete er. Denn werden die Bestände zu groß, steige auch die Gefahr, dass sich Seuchen wie die Myxomatose oder RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) ausbreiten, weiß der Experte. Auf dem gesamten Strandgelände, vor allem aber auf dem Nordenhamer Campingplatz, hatten die Wildkaninchen bereits Schäden angerichtet.
Auch beim Rehwild seien die Bestände ausgesprochen hoch, sagte Jörg Hullmann. Hier lag die Gesamtstrecke bei 17 Tieren. Fünf Rehe wurden erlegt, 12 Tiere zählten zum Fallwild. Davon starben neun Rehe durch Verkehrsunfälle. Drei sind im Bereich des Außengrodens bei Sturmfluten ertrunken, berichtete der Hegeringleiter. Er forderte die Revierinhaber auf, die Jagd auf Rehwild zu intensivieren, um die Fallwildzahlen zu senken. An die Autofahrer appellierte Jörg Hullmann, besonders vorsichtig zu fahren. „Um diese Jahreszeit suchen die Tiere neue Territorien. Eine vermehrte Aktivität ist gerade in der Dämmerungszeit festzustellen“, warnte er. Unfallschwerpunkte seien die Bundesstraße 212 im Bereich des Bauernweges, der Stadtwald am Seenpark 1 und der Blexer Bogen, sagte er.
Der Hase wurde im vergangenen Jagdjahr nur auf zehn Prozent der Jagdfläche bejagt, berichtete Jörg Hullmann. Die Gesamtstrecke betrug 52 Tiere. 31 Hasen zählten zum Fallwild. 20 Tiere wurden erlegt.
Beim Raubwild wurden 17 Füchse auf der Strecke verzeichnet. Zwei Tiere zählten zum Fallwild. In diesem Jahr seien trotz intensiver Jagd nur 50 Prozent der Strecke des Vorjahres erreicht worden, berichtete Jörg Hullmann. „Wir vermuten, dass die Population reduziert werden konnte, auch durch den Einsatz eines Berufsjägers“, sagte er. Der Berufsjäger wurde innerhalb des Projektes zum Wiesenvogelschutz in der Stollhammer Wisch eingesetzt, da der Fuchs als Gelegeräuber vor allem den Beständen der bodenbrütenden Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe gefährlich wird.
Des Weiteren weist der Streckenbericht sieben Dachse aus, die sich laut Jörg Hullmann inzwischen über das gesamte Stadtgebiet ausgebreitet haben. 19 Steinmarder wurden zur Strecke gebracht, davon waren drei Fallwild.
Insgesamt 6 Fasane, eine Waldschnepfe, 123 Ringeltauben, 20 Graugänse, 10 Kanadagänse und 55 Nilgänse wies der Streckenbericht des Hegerings außerdem aus. Diese Gänsearten seien hier in Nordenham heimisch, berichtete der Hegeringleiter. Andere Gänsearten seien im vergangenen Jahr nicht bejagt worden, da diese durch die rot-grüne Landesregierung unter Schutz gestellt worden waren. Die SPD/CDU-Regierung habe jedoch angekündigt, dies zu ändern, was die Jägerschaft und wohl auch die Landwirte begrüßen würden, da diese Zugvögel auf landwirtschaftlichen Flächen erhebliche Schäden anrichteten. Außerdem wies der Streckenbericht 61 Stockenten, 6 Pfeifenenten, 2 Krickenten, 5 Elstern und 22 Kormorane aus. Insgesamt 111 Rabenkrähen brachten die Jäger zur Strecke, die als Gelegeräuber im Rahmen des Wiesenvogelschutzprojektes ebenfalls stärker bejagt wurden.
Auch Ehrungen langjähriger Mitglieder standen beim Hegering auf der Tagesordnung. Hegeringleiter Jörg Hullmann gratulierte Wilhelm Stührenberg zu 70 Jahren Mitgliedschaft im Hegering Nordenham. Hartwig Meyer hält dem Hegering bereits seit 50 Jahren die Treue.
