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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG Wels bereitet den Anglern viel Kopfzerbrechen

JENS MILDE

NORDENHAM - NORDENHAM - „Was in anderen Vereinen klappt, das muss auch bei uns funktionieren“, sagte Vorsitzender Hans-Helmut Petter am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Butjadinger Fischereivereins im Saal der Gaststätte „Bei Sakis“. Der Verein will eine Fangkarte einführen. Das heißt: Mitglieder sind künftig aufgefordert, genaue Auskünfte darüber zu geben, was sie an Land gezogen haben.

Die Fangkarte soll Auskunft über die Art der gefangenen Fische, ihre Anzahl, ihr Gewicht und ihre Länge enthalten. Die Daten helfen dem Landesfischereiverband bei der Erstellung eines Fischkatasters. Der Verein kann aus den Daten Rückschlüsse über den Zustand bestimmter Gewässer ziehen und genauer abschätzen, wie sie besetzt werden sollten.

Mehr als 70 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil. In seinem Rückblick warnte Petter eindringlich davor, auf eigene Faust Fische in den Gewässern auszusetzen. Dies sei nur nach Rücksprache mit dem Vorstand erlaubt. Der Vorsitzende wies in diesem Zusammenhang auf die großen Probleme mit dem Wels hin. Weil zuletzt besonders viele Exemplare einer bestimmten Größe gefangen wurden, geht der Verein davon aus, dass der Raubfisch ausgesetzt wurde. Das Problem sei, dass der Wels unter anderem Aale und Schleien frisst. „Die Verantwortlichen müssen sich warm anziehen, wenn wir sie erwischen“, drohte Petter. Auf jeden Fall müssten sie mit Schadenersatzforderungen und Ausschluss aus dem Verein rechnen. Nach den Worten von Petter kann das unkontrollierte Aussetzen von Fischen nicht nur zu einem wirtschaftlichen Schaden, sondern auch zu einer Gefährdung des biologischen Gleichgewicht führen.

Petter mahnte die Mitglieder außerdem, sich an die Gewässerordnung zu halten. Immer wieder würden von den 25 Mitgliedern der Fischereiaufsicht Verstöße festgestellt. Zum Beispiel werde mit mehr als der erlaubten Anzahl von Ruten geangelt. Manch einer gehe mit drei statt mit den erlaubten zwei gefangenen Hechten nach Hause. Der Vorsitzende forderte die Fischer auf, ihre Kollegen gebenenfalls zurechtzuweisen.

Sorgen macht sich der Verein auch wegen der geplanten Weservertiefung. Er hat deshalb Einwendungen geltend gemacht. Nach den Worten von Petter kann das Vorhaben erhebliche Beeinträchtigungen der Flora und Fauna zur Folge haben.


Bei der Versammlung standen auch Wahlen auf der Tagesordnung. Zum Nachfolger von Schatzmeister Kai Lühr, der auf eine erneute Kandidatur verzichtete, wurde Peter Krüger gewählt. Dritter Jugendwart wurde Uwe Schimmel. Außerdem entschied die Versammlung, dass Michael Schiller zum Gewässerwart ausgebildet wird.

Zurzeit hat Jörg Lange dieses Amt inne. Er ist aber auch Jugendwart und in dieser Funktion berichtete er, dass zurzeit 118 Jugendliche Mitglied im Verein sind. Jugendmeister wurde in diesem Jahr Sebastian Jauanick. Teammeister wurden René Köhler, Justin Hadaschik und Jannik Tietz.

Die Jugendlichen wurden ebenso ausgezeichnet wie die Jubilare. Seit 50 Jahren ist Jürgen Tiemann Mitglied. Seit 25 Jahren dabei sind Jörg Döge, Lutz Knebel, Bernd Reiners, Gerold Trypka und Michael Wilks. Von den Jubilaren waren allerdings nur zwei anwesend, um ihre Glückwünsche entgegenzunehmen.

Auch das noch:

Mitglieder des Butjadinger Fischereivereins, die sich für einen längeren Zeitraum zum Angeln an einem Gewässer aufhalten, sind künftig verpflichtet, einen Klappspaten mitzunehmen. Das beschloss am Donnerstag die überwiegende Mehrheit der Jahreshauptversammlung. Die Angler, die zwangsläufig ihr Geschäft in der Natur verrichten müssen, sind aufgefordert, ihre Hinterlassenschaften zu vergraben. Der Antragsteller hatte moniert, dass dies in der Vergangenheit nicht alle Mitglieder praktiziert haben.
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