NORDENHAM - Der Polizeibehörde der Hansestadt Hamburg kommt eine tragende Rolle in der 75-jährigen Geschichte der Firma Vosteen zu. Denn es war ein Beamter der Melde- und Passpolizei, der am 17. September 1934 eine Bescheinigung für Heinrich Vosteen ausstellte. Darin wurde dem Büromaschinen-Mechaniker seine Betriebsstätte für Büro- und Scheibmaschinen bescheinigt. Der Grundstein für ein Familienunternehmen war gelegt.
Heinrich Vosteen, am 18. Juli 1897 in Nordenham geboren, war beim Amt Butjadingen ausgebildet worden. Doch wie so viele Menschen seiner Zeit, musste auch Heinrich Vosteen in den Ersten Weltkrieg ziehen. Er wurde zum Oldenburger Infanterieregiment eingezogen. Als Obermaat der Marine kehrte er aus dem Krieg zurück.
Zweite Lehre in Hamburg
Es waren politisch und wirtschaftlich unruhige Zeiten, in denen sich der junge Mann behaupten musste. In Hamburg absolvierte er nach 1922 seine zweite Lehre zum Büromaschinen-Mechaniker. Er machte sich 1934 selbstständig und bereiste von da ab den Großraum von Hagenow in Mecklenburg bis Haren an der Ems – für damalige Verhältnisse war das mit einem erheblichen Aufwand verbunden.
Heinrich Vosteen fand einen Firmenpartner. Ab 1936 hieß das Unternehmen Vosteen & Trebert, spezialisiert für Büromaschinen mit Sitz in Hamburg. 1938 erfolgte der Umzug von Heinrich Vosteen nach Nordenham. Zwar blieb der Betrieb in Hamburg noch bestehen, doch 1940 trennten sich die beiden Partner. Der Zweite Weltkrieg war ausgebrochen und Heinrich Vosteen zum Weserflugzeugbau/Bremen dienstverpflichtet worden. Ab 1942/43 war er Gruppenleiter im Bereich Service Büromaschinen bis zum Kriegsende 1945.
Der Neuanfang begann früh. Am 23. August 1945 erfolgte die Eintragung der Firma bei der Stadt Nordenham. Die Militärbehörde hatte den Betrieb einer Reparaturwerkstatt genehmigt. Am 16. April 1946 erfolgte die Eintragung in der Handwerksrolle der HWK Oldenburg.
Räume beim ehemaligen Flugzeugwerk wurden angemietet. Heinrich Vosteen kam zu einem Motorrad mit Beiwagen, wobei er noch die darauf montierten Gewehre selbst abbauen musste. 1948 jedenfalls konnte es mit dem Kundendienst losgehen. Heinrich Vosteen war motorisiert und reparierte wieder Büromaschinen.
Am 15. April 1938 war sein Sohn Heinz-Gerd auf die Welt gekommen. In die Fußstapfen seines Vaters zu treten, lag ihm zunächst fern. Heinz- Gerd Vosteen schlug die Ausbildung in Richtung Schiffsingenieur ein und fuhr drei Jahre zur See.
Ab 1960 bei Olympia
Dann besann er sich eines Besseren: Ab 1960 war er bei den Olympia-Werken, Triumph-Adler, Grundig, Walther-Büromaschinen und Brunsviga als Volontär tätig. 1962 legte er seine Mechaniker-Meisterprüfung, Fachrichtung Büromaschinen, ab und trat noch im selben Jahr in den Betrieb seines Vaters ein. Er bildete sich bei seinen Lehrbetrieben weiter.
Die Firma Vosteen expandierte. Nach dem Tod seines Vaters gab es eine Zäsur: Am 1. Januar 1975 Übernahm Heinz-Gerd Vosteen die Firma und eröffnete zusammen mit seiner Frau Margrit den Betrieb an der Hansingstraße 138. Im Privathaus waren sowohl Büro als auch Werkstatt untergebracht. Die Firma Vosteen erweiterte den Betrieb durch einen Neubau. Das neue Ladengeschäft mit angeschlossener Fachwerkstatt wurde 1978 eingeweiht. Zwei Techniker waren bereits beschäftigt. 1987 schließlich erfolgte der Umzug an die Bahnhofstraße 113, dem heutigen Sitz des Familienunternehmens.
Inhaber-wechsel
