NORDENHAM - Wie hoch kann eine Biene fliegen? Warum sind sie gelb-schwarz gestreift? Die Kinder werden nicht müde, den Imker Hennig Wessels zu löchern, der im großen Hörsaal des Gymnasiums vor ihnen steht. Dass Bienen um die 100 Meter hoch fliegen können und sie nicht immer nur gelb-schwarz geringelt sind, erfahren die wissbegierigen KiWi-Studenten.
Immer wieder schnellen die Finger der Mädchen und Jungen am Donnerstag in Höhe. Sie lassen dem Referenten kaum Zeit, seinem Vortragskonzept treu zu bleiben. Wie die Bienen eine Königin machen, möchte eine junge Zuhörerin wissen. Was es mit den Waben auf sich hat, interessiert einen Jungen. Welche Aufgaben die Drohnen in einem Bienenstock haben, gibt einem anderen Schüler Rätsel auf. Geduldig beantwortet der Vorsitzende des Imkervereins Butjadingen die Fragen. „Darf ich jetzt weitermachen?“: Hennig Wessels schaut entspannt in die Runde und setzt seinen Vortrag über die geheimnisvolle Welt der Bienen fort.
Rund 100 Kinder sitzen auf den roten Klappstühlen und erfahren erstaunt, dass in der nördlichen Wesermarsch 20 Millionen Honigbienen umhersummen. Ihnen ist natürlich klar, dass die geschickten Flieger auch eine gefährliche Waffe besitzen. Ein Junge merkt dann auch treffsicher an, dass die Insekten toll stechen können. Und für ihren Wortbeitrag, dass Bienen Flügel besitzen, heimst ein Mädchen das ironische Kompliment gleich mehrerer KiWi-Studenten ein: „Echt schlau“, meinen sie dazu. „Ihr wisst ja schon recht gut Bescheid über Bienen“, stellt Henning Wessels fest.
Im Bienenvolk regieren die Frauen. Eine Sonderstellung nimmt die Königin ein. Ihr wird nach den Worten von Hennig Wessels alles serviert.
Nach gut einer halben Stunde seiner Powerpoint-Präsentation wird es merklich unruhiger im Saal. Dem einen oder anderen Zuhörer fällt es schwerer, dem Vortragenden zu folgen. Doch Henning Wessels hat vorgesorgt. Der praktische Teil rüttelt die Kinder wieder auf. Dafür hat er eigens einen Bienenstock mitgebracht.
Nachdem er seine Schutzkleidung angelegt und seine Pfeife mit dem betörenden Duft angezündet hat, wird es ernst. Damit keiner gestochen wird, verteilt Hennig Wessels Schutzmasken an die Kinder. Vor allem die Zuhörer in der ersten Reihe nehmen sich respektvoll zurück, als er den Kasten vorsichtig öffnet. Doch Bienen schwirren nicht heraus. Statt dessen zeigt der Imker mehrere Honigwaben und Rähmchen.
Nach einer Stunde endet die Vorlesung. Die Studenten spenden frenetisch Beifall.
Die Veranstaltung hat Nordenham Marketing & Touristik organisiert. Zum Schluss weist NMT-Mitarbeiterin Astrid Ripkens auf die nächste Vorlesung der Reihe „Kinder wissen mehr“ hin. Am 10. Oktober heißt es „Gib Gas!“ im Gymnasium Nordenham. Beginn ist um 15 Uhr.
