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Krankenhaus „Ich bin mit Leib und Seele Geriater“

Horst Lohe

NORDENHAM - Seit August vergangenen Jahres, seit dem Weggang von Peter Plettenberg, konnte die Wesermarsch-Klinik in Nordenham keine Patienten in ihre 20 Betten umfassende Abteilung für Geriatrie (medizinische Altersheilkunde) aufnehmen. Denn kein zweiter Internist der Klinik hatte die geriatrische Zusatzqualifikation erworben. Diese Lücke in der ärztlichen Versorgung ist jetzt geschlossen. Mit Dr. Jean Eddi Berry hat die Klinik einen neuen Facharzt für Innere Medizin mit der Fachqualifikation für klinische Geriatrie gewonnen.

Der 57 Jahre alte Deutsche, der aus Haiti stammt, ist zunächst als Oberarzt in der Inneren Abteilung eingestellt worden. „Wir hoffen, ihn auf Dauer als Chefarzt gewinnen zu können, denn die Geriatrie in unserem Krankenhaus soll ausgebaut werden“, sagte am Donnerstag bei der Vorstellung Geschäftsführer Michael Feldmann. Im Jahr der Eröffnung der Geriatrie-Abteilung, 2006, sind nach Angaben des Geschäftsführers knapp 200 Patienten und in den Folgejahren 400 bis 450 pro Jahr aufgenommen worden – mit steigender Tendenz.

Jean Eddi Berry gehört zu den vielen Haitianern, deren Familien während der Duvalier-Diktatur verfolgt worden sind und deshalb vor allem in die USA und Kanada geflohen sind. Von Montreal in Kanada war er 1977 nach Deutschland gekommen und studierte zunächst in Rostock und dann in Berlin Medizin.

Ausbildung in Berlin

Nach der Facharzt-Ausbildung in Innerer Medizin an der Charité in Berlin und am Oskar-Ziethen-Krankenhaus in Berlin-Lichtenberg folgten weitere berufliche Stationen in Beeskow bei Berlin, an der Helios-Klinik in Bleicherode in Thüringen und in der Akut-Geriatrie in Waltrop in der Nähe von Dortmund.

Von 2002 bis 2007 war Jean Eddi Berry Chefarzt der Geriatrie mit 64 Betten an der Parkklinik in Greifswald. Ab 2007 hat er als Chefarzt die Geriatrieabteilung einer Reha-Klinik in Bad Sülze bei Rostock aufgebaut.


Seit 2002 ist der Arzt verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder. Die Familie wohnt in der Nähe von Greifswald.

Er sei „ein Geriater mit Leib und Seele“, habe eine neue Herausforderung gesucht und Nordenham sei landschaftlich schön gelegen. So begründete der neue Nordenhamer Krankenhausarzt am Donnerstag im Pressegespräch seinen Wechsel an die Unterweser.

Die ersten Tage der Arbeit in der Wesermarsch-Klinik haben ihm gezeigt: „Wir sind ein Team.“ Die Chemie in der Zusammenarbeit mit Ärzten, vor allem mit Chefarzt Gerald Zinn, und mit Schwestern, Therapeuten, Logopäden, aber auch Psychologen stimme, sagt Jean Eddi Berry.

Für die Geriatrie-Abteilung in der Wesermarsch-Klinik möchte der neue Mediziner ein ganzheitliches Konzept umsetzen. Patienten sollen nach dem Krankenhausaufenthalt wieder weitgehend selbstständig leben können. Ihre Lebensqualität soll verbessert werden. Die Behandlungen sollen in der Zusammenarbeit aller Beteiligten optimiert werden. Jean Eddi Berry: „Ich bin kein Einzelgänger, sondern arbeite sehr gerne im Team.“

Realistische Ziele

Zu dem Konzept gehört auch, dass es feste Zeiten für Angehörigengespräche geben soll, damit sie gut informiert sind über Therapieplanung und den Verlauf der Therapie. Das individuelle Krankheitsbild und das Umfeld des Patienten soll möglichst umfassend berücksichtigt werden. Die Therapie soll von realistischen Zielen geleitet sein.

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