NORDENHAM - Das Mehrgenerationenhaus hat ein großes soziales Kapital erworben. Insgesamt 103 Stunden pro Woche haben 71 ehrenamtliche Helfer im vergangenen Jahr in der von der Caritas betriebenen Einrichtung im Durchschnitt geleistet. Das sind 5356 Stunden im Jahr. Bei einem Stundenlohn von 10 Euro sei das ein soziales Kapital von mehr als 53 500 Euro, sagte die Geschäftsführerin der Kreiscaritas, Henriette Eichner, am Mittwochabend.
Das Küchenteam kocht
Ehrenamtliche bekommen zwar keine Bezahlung, aber doch einen Lohn. Dieser Lohn war ein Dankeschön-Abend, zu dem die Kreiscaritas alle Helfer eingeladen hatte. Rund 40 Frauen und Männer waren der Einladung in den offenen Treff des Hauses an der Viktoriastraße 16 gefolgt, dessen Höhepunkt ein Essen war, das Maria Adomeit und ihr Küchenteam zubereitet hatte.
„Das Mehrgenerationenhaus lebt von Ihrer Unterstützung“, sagte Henriette Eichner in ihrer Begrüßung. „Damit leisten Sie einen aktiven Beitrag für eine menschliche und zukunftsfähige Gesellschaft.“
Das Mehrgenerationenhaus verknüpft die Dienstleistungen verschiedener Kooperationspartner, die Hilfesuchenden Unterstützung, Information und Beratung geben. Die Ehrenamtlichen arbeiten im offenen Treff, gestalten Spielenachmittage, betreuen Projekte in der Werkstatt und bieten Schuldnerberatungen an. Täglich nutzen durchschnittlich 100 Besucher die Angebote im Mehrgenerationenhaus, darin sind Anrufe, Anfragen und Weitervermittlungen nicht eingerechnet, sagte Henriette Eichner. Etwas Besonderes sei es, dass die ehrenamtlichen Kräfte und die hauptamtlichen Beschäftigten auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiteten und gemeinsam neue Ideen entwickelten.
So gibt es für das neue Jahr schon konkrete Pläne für die Kurse „Kochen wie zu Großmutters Zeiten“ oder Specksteinarbeiten in der Werkstatt. Im Gespräch ist auch ein Generationenchor, der in Zusammenarbeit mit der Musikschule Wesermarsch aufgebaut werden soll. Dazu kommen Fortbildungen. So spricht Rita Schute von der Landescaritas am 7. April über Rolle und Bedeutung des Ehrenamtes. Am 19. Mai kommt die Kommunikationstrainerin Dr. Barbara Kappenberg, und am 7. Juli gibt es einen Vortrag über Versicherungsschutz und Schweigepflicht für Ehrenamtliche.
Einsatz und Erfolg
Annegret Martens aus Ruhwarden trug einige Gedanken über das Ehrenamt vor. Dabei orientierte sie sich an den Buchstaben dieses Wortes. So stehe das E für Einsatz und Erfolg, aber auch für Enttäuschung und das A für Arbeit, Anforderung und Anerkennung, aber auch für das Ausnutzen.
Ehrenamtliche sorgten dafür, dass „das Gemeinwesen als Urform des menschlichen Zusammenlebens intakt und lebendig bleibt“, betonte Annegret Martens.
