NORDENHAM - Fast 40 Jahre lang war er ein prägender Mann bei den Norddeutschen Seekabelwerken (NSW). An diesem Montag ist Dr. Folkert von Lindern im Alter von 77 Jahren gestorben.

Am 28. Mai 1999, einen Tag nach der großen 100-Jahr-Feier von NSW, hatte Folkert von Lindern seinen Schreibtisch an Dr. Valentin Jug übergeben. Das war der Schlusspunkt einer Bilderbuch-Karriere.

Am 25. Juni 1934 wurde Folkert von Lindern in Nordenham geboren. 1955 legte er sein Abitur ab, anschließend studierte er bis 1959 in Hamburg Betriebswirtschaft und bis 1960 im schweizerischen Freiburg Volkswirtschaft. Seit 1961 trug er den Doktortitel.

Schon 1960 war er in die Betriebswirtschaftliche Abteilung von NSW eingetreten. 1964 stieg er zum Leiter der Betriebsbuchhaltung auf. 1970 wurde er kaufmännischer Geschäftsleiter und erhielt Prokura, 1986 wurde er Abteilungsdirektor und 1994 – mit 60 Jahren – Vorstandsmitglied.

Von 1972 bis 1981 baute Folkert von Lindern die Vertriebsorganisation von NSW in den USA auf, von 1981 bis 1985 wirkte er bei Gründung und Aufbau der NSW-Corporation in Virginia mit. Von 1979 bis 1988 war er am Erwerb und schließlich am Verkauf der Cristallux-Werke in Waldachtal im nördlichen Schwarzwald beteiligt. 1995 arbeitete er an der Neuordnung der NSW-Besitzverhältnisse zugunsten von Siemens mit, die eine neue positive Entwicklung des Unternehmens erst möglich machte. Inzwischen gehört NSW zur amerikanischen Gesellschaft General Cable.

Folkert von Lindern im Kondolenzbuch


Geschätzt hat Dr. Folkert von Lindern immer das gute Arbeitsklima bei NSW, bedauert hat er, dass die Zahl der Mitarbeiter von 1200 im Jahr 1973 auf unter 500 gesunken war. Jetzt sind es etwa 550 Beschäftigte.