NORDENHAM - Sie sei parteilos und unabhängig, lebe seit über 20 Jahren in Nordenham und kenne die Probleme der Menschen, sagte Dr. Claudia Nolte-Schwarting in der Podiumsdiskussion. Die Direktorin des Amtsgerichts sieht außerdem einen weiteren Pluspunkt, der ihr als Bürgermeisterin zugute komme: „Ich bin es gewohnt, mit Streit und Zank umzugehen und trotzdem mit allen vernünftig zu arbeiten“.
Die 54-Jährige sieht die beiden Hauptprobleme in Nordenham im Bevölkerungsrückgang und im Abbau von Arbeitsplätzen. Sie wolle dafür sorgen, dass beide Entwicklungen gestoppt werden.
Zum Thema Kohlekraftwerk habe sie sich aufgrund der dürftigen Informationslage noch keine abschießende Meinung bilden können. Die Vorteile – unter anderem Arbeitsplätze – müssen ihrer Meinung nach mit den Interessen der Blexer abgewogen werden. Grundsätzlich stehe sie dem Projekt offen gegenüber: Wenn alte Kohlekraftwerke vom Netz gingen, sei der Bau von neuen mit geringerem Kohlendioxid-Ausstoß vertretbar.
Begeistert sei sie von den bisherigen Planungen für die Nutzung des leer stehenden Bahnhofsgebäudes. Ihrer Meinung nach sollte die Stadt Geld in die Hand nehmen, um das Haus herzurichten. „Nordenham spricht von Tourismus und empfängt die Reisenden mit einer Müllhalde“, kritisierte sie den jetzigen Zustand.
Zur Situation des Einzelhandels sagte die Richterin: „Es gibt vor allem einen Mangel an hochwertiger Bekleidung.“ Mit den Plänen für das Wesertor ist Nolte-Schwarting nicht einverstanden: „Dass wir hier einen Penny- und eine Rewe-Markt bekommen, haben sich die meisten so nicht vorgestellt.“
Die 54-Jährige empfiehlt Zurückhaltung bei der Ausweisung neuer Baugebiete. Außerdem schlägt sie vor, der Innenstadt durch eine Auflockerung der Bebauung ein „freundliches Antlitz“ zu verpassen. Das Problem der leer stehenden Wohnungen müsse in Zusammenarbeit mit der GNSG gelöst werden.
Die Sanierung des Nordbades hält Nolte-Schwarting aufgrund der guten Auslastung für notwendig. „Wenn wir uns das leisten können, sollten wir das machen.“
Bei der Arbeit im Rathaus setzt die Richterin darauf, den Teamgeist zu fördern. „Es geht darum, die Mitarbeiter für Ideen zu begeistern.“
