NORDENHAM - In grauer Morgenstunde ist der Marktplatz belebt wie selten. Zielsicher streifen die Blicke der Kenner über die Tische und prüfen die Kisteninhalte. Es ist die Stunde der Sammler und Fachleute: Es ist noch keine sechs Uhr am Sonnabend, als sie über den Flohmarkt zur Nordenhamer Woche schreiten und Sammlerstücke, Lego-Sortimente, Bücher und andere Objekte aufkaufen und mitnehmen. Dann herrscht wieder Stille. Erst drei Stunden später füllt sich sich der Marktplatz wieder mit Kauf- und Schaulustigen, die nur hin und wieder einmal zuschlagen.

Der Flohmarkt in der Innenstadt gehörte auch diesmal zu den Publikumsmagneten der Norwo. Etwa 200 Stände zählte Gudrun Repert vom ausrichtenden Verein Nordenham Marketing & Touristik. Damit kamen nicht ganz so viele Anbieter wie im Vorjahr zu der Veranstaltung, aber angesichts der Regen androhenden Wetterkulisse zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Auch wenn der Andrang in den Gassen nicht so dicht wie einst war, gaben die Einnahmen für die meisten Trödelanbieter keinen Anlass zur Klage.

Die ersten Verkäufer waren bereits bei Sonnenaufgang auf dem Platz und sicherten sich die besten Plätze. Besonders gut gingen Kleidungsstücke über die Tische: Hier zeigten viele Besucher Bedarf und deckten sich für den Sommer mit der Ware aus zweiter Hand ein. Aber auch seltene Bücher, Serien von Comic-Heften oder Kinderspiele fanden Absatz. Im Vorfeld waren Dachböden, Garagen und Rumpelkammern durchforstet worden, und mittags hatte sich mancher Geldbeutel um einen dreistelligen Betrag gefüllt.

Auf der anderen Seite schleppten Mütter bergeweise neue Kinderspiele zum Auto, Väter transportierten Kinderstühle, und Kinderwagen waren beladen mit allerhand Gegenständen für das Kinderzimmer. Teenager wie Felix Kunz entdeckten für sich einen Lederfußball, Familie Böckmann hatte gemeinsam das Haus aufgeräumt und pries mit vereinten Kräften lang und gut gediente Gegenstände an. Birte Mehrtens empfahl wärmstens die Kaffeemaschine, die beim anstehenden Wohnortwechsel im neuen Haushalt nicht mehr benötigt wird. Christoph Holitschke hatte seinen Schrank durchsortiert und war überrascht, wie schnell seine ausrangierten Kleidungsstücke verkauft waren.

Am lautesten waren aber wieder einmal die Nordenhamer Sportschützen, die auf ihre Losaktion mit Schießscheiben hinwiesen.