Nordenham - Für die Entwicklung der Stadt Nordenham spielte der Ochsenhandel Mitte des 19. Jahrhunderts eine ganz entscheidende Rolle. Tausende Rinder, die auf den saftigen Weiden in Butjadingen grasten, sind von Nordenham aus nach England verschifft worden. An dieses Kapitel der Nordenhamer Stadtgeschichte knüpft der Ochsenmarkt an, der alljährlich im Herbst in der Nordenhamer Innenstadt stattfindet. Im Erscheinungsbild dieser Veranstaltung, die mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden ist, spielten Ochsen zuletzt aber kaum noch eine Rolle. Abgesehen von einem elektrischen Ochsenrodeo, bei dem sich die Besucher im Sattel eines Plastik-Rindviehs halten müssen, ist der Bezug zum Thema weitgehend verloren gegangen. Das soll sich in diesem Jahr ändern, wie Ilona Tetzlaff, Geschäftsführerin von Nordenham Marketing & Touristik, mitteilt. NMT hat das Konzept des Ochsenmarktes gründlich überarbeitet. „Ganz neu und ganz anders“ – so beschreibt Ilona Tetzlaff den Neuanfang, von dem sie sich eine nachhaltige Belebung verspricht.
Der Ochsenmarkt 2019 soll ein „Regionalmarkt für die ganze Familie“ werden. Am Sonntag, 20. Oktober, findet er in der Zeit von 10 bis 17 Uhr auf dem Marktplatz statt. Das Thema Landwirtschaft spielt eine tragende Rolle. Und mehr als zuletzt kehren auch die Ochsen zurück in das Erscheinungsbild. Das ist vor allem dem Lions-Club Nordenham-Elsfleth zu verdanken. Für einen guten Zweck verkauft er Ochsenbratwurst von der Fleischerei Gutmann und Ochsenbier, das im Butjenter Brauhaus hergestellt wird. Darüber hinaus will er – passend zum Thema – Jersey-Kälber von einem Bio-Bauernhof aus Butjadingen zeigen. Ganz unumstritten ist das nicht. Bei Ilona Tetzlaff haben sich bereits Tierschützer gemeldet, die mit dieser vom Veterinäramt abgesegneten Aktion überhaupt nicht einverstanden sind. Die NMT-Geschäftsführerin versichert aber, dass die Tiere an Menschen gewöhnt sind und sich jederzeit in so genannte Kälber-Iglus zurückziehen können, wenn sie ihre Ruhe haben wollen. Den Erlös ihrer Aktion wollen die Lions der DLRG Nordenham spenden.
Neben den Rindviechern spielt der Kürbis eine gewichtige Rolle im neuen Ochsenmarkt-Konzept. Hobbygärtner sind aufgefordert, besonders dicke Exemplare mitzubringen. Die drei größten Kürbisse werden ausgezeichnet. Zu gewinnen gibt es Nordenham-Gutscheine. Außerdem dürfen die Besucher große und kleine Kürbisse mit Fratzen versehen und sie als Halloween-Laterne mit nach Hause nehmen.
Die Geschäfte sind beim Ochsenmarkt in der Zeit von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Und was gibt’s sonst noch beim Nordenhamer Ochsenmarkt? Um 11 Uhr sticht Bürgermeister Carsten Seyfarth ein Fass Freibier an. Die DLRG-Ortsgruppe Nordenham präsentiert sich. Erster Verkaufstag des Adventskalenders der Lions Elektrisches Ochsenrodeo und eine Strohpyramide zum Toben Die „Rostheuler“ kommen mit ihren historischen Treckern. Der Nabu Nordenham-Butjadingen bietet Apfelsaft an und informiert über seine Arbeit. Beim Melkhus Schildt gibt es Milch und Quarkspezialitäten. Die Jungen Landfrauen und die Landfrauen Abbehausen servieren Kaffee, Tee und Waffeln. Bäcker Torben zur Horst aus Alse bringt Eisspezialitäten und den größten Apfelkuchen der Wesermarsch mit. Die Brücke Nordenham-Kayes bietet Apfelsaft und Geschenke an. Blumen Peters kommt mit einer großen Auswahl an Herbstblumen, Blumenzwiebeln, Zierkürbissen und Kränzen. Außerdem baut der Blumenhändler eine zehn mal acht Meter große Kindereisenbahn auf. Die Kinder können sich auf eine Hüpfburg und eine Schminkstation freuen. In der Fußgängerzone verkauft der Handarbeitsclub City-Süd gehäkelte und gestrickte Socken, Tischdecken und mehr.Ebenfalls in der Fußgängerzone lädt der Rotary-Club zu einer Tombola ein und verkauft Nistkästen – alles für einen guten Zweck.Darüber hinaus gibt es in der Fußgängerzone Schmalzkuchen und ein Imbissangebot.
