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Ökologie Im Einsatz für die Tier- und Pflanzenwelt

Nordenham - Der Naturschutzverein Nordenham hat jetzt sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Die Wurzeln des Vereins liegen in Blexen. Blexer Bürger wollten in den 1970er-Jahren eine Deponie auf dem Groden verhindern. Dieses Projekt wurde schon bald wieder verworfen. Die Vereinsgründer zogen sich zurück. Der Naturschutzverein machte mit neuen Akteuren weiter und kümmert sich seitdem um lokale Naturschutzprojekte wie die Seeschwalbeninseln im Seenpark II.

Hans Jürgen Lohse war der Gründungsvorsitzende des Vereins. Der Blexer teilte Ende der 1970er-Jahre mit anderen Dorfbewohnern die Sorge, dass Kronos Titan auf dem Blexer Groden eine Grünsalzdeponie errichtet. Grünsalz ist ein Nebenprodukt der Herstellung von Titandioxid, das Kronos zunächst in die Nordsee kippte. Die Deponierung auf dem Groden sollte eine Alternative sein. Damals wussten die Kronos-Verantwortlichen noch nicht, dass man mit Grünsalz Geld verdienen kann. Das Eisensulfat wird unter anderem in der Gewässerreinigung und zur Bodenverbesserung eingesetzt und ist seit vielen Jahren ein wichtiges Wirtschaftsprodukt für das Unternehmen.

Neuer Schwung

Nachdem sich der Anlass für die Gründung verflüchtigt hatte, dümpelte der Verein vor sich hin. Neuen Schwung bekam der Naturschutzverein mit der Wahl Peter Nottelmanns zum Vorsitzenden im Jahr 1986. 29 Jahre lang stand er den Naturschützern vor.

In seiner 40-jährigen Geschichte ist der Verein mit vier Vorsitzenden ausgekommen. Auf Hans-Jürgen Lohse folgte Hans-Gerd Gerdes, auf dem 2015 verstorbenen Peter Nottelmann der heutige Vorsitzende Bernd Ross. Personelle Kontinuität prägt die Arbeit im Naturschutzverein auch auf den anderen Vorstandsposten.

Der Verein hat sich in all den Jahren um lokalen Naturschutz gekümmert. Hunderte von Bäumen wurden im Stadtgebiet gepflanzt und fast ebenso viele Nistkästen aufgehängt. Der mehrere Kilometer lange Grünstreifen entlang der Martin-Pauls-Straße wurde von den Naturschützern angelegt.


Dieter Blumenberg hat mit einem kleinen Team von Ein-Euro-Kräften über rund 15 Jahre im Kleingartengelände parallel zur Hansingstraße Unmengen von Müll entfernt und dann eine Streuobstwiese gepflanzt, Benjeshecken angelegt und dafür gesorgt, dass die Brombeeren nicht alles überwuchern. Aus diesem Areal hat sich der Verein zurückgezogen, weil es von der Bahn an einen Privatmann verkauft wurde. Im kleineren Stil hat der Verein im Kleingartengelände beim OOWV in Atens und beim Kleingartenverein Naturglück einige Parzellen naturfreundlich gestaltet.

Die größte binnendeichs gelegene Seeschwalbenkolonie in der Wesermarsch liegt im Seenpark II. Dass die noch besteht, ist das Ergebnis der Bemühungen des Naturschutzvereins. Der Verein hat mehr als 10 000 Euro investiert, um die Inseln gegen Wellenschlag und Ratten zu sichern. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks wurden etliche Tonnen Kies auf die Inseln gebracht. Seeschwalben brüten gerne auf Kies. In diesem Jahr sind es erneut rund 70 Brutpaare. Flussseeschwalben zählen in Deutschland zu den stark bedrohten Vogelarten. Ihr Bestand geht seit Jahren zurück. Im Seenpark II ist die Zahl der Brutpaare dagegen stabil.

Zu einem der artenreichsten und auch von der Anzahl der Vögel her bedeutenden Lebensraum für Wasser- und Watvögel in der Wesermarsch hat sich der Seenpark IV in Grebswarden entwickelt. Auch dort verfolgt der Naturschutzverein die Entwicklung und hält engen Kontakt zu den Naturschutzbehörden. Das Gebiet ist öffentlich nicht zugänglich. Dort nisten unter anderem fünf verschiedene Entenarten, Gänse, Schwäne, Seeschwalben, verschiedene Möwenarten, Taucher und etliche weitere Vogelarten.

Teichpflege in Atens

Jüngstes Projekt sind die Teiche beim OOWV in Atens. Die befreundete Naturschutzorganisation Nabu hat das Gelände gepachtet. Mitarbeiter des Naturschutzvereins haben die Pflege übernommen.

Diese Vielzahl an Aktivitäten wird von nur einer Handvoll von Mitgliedern getragen. Das ist dann auch ein Wermutstropfen in der Entwicklung des Naturschutzvereins.

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