NORDENHAM - Beim Anblick einer Ratte beginnen einige panisch zu schreien. Andere finden die kleinen Nager süß und halten sie sogar als Haustier. Doch egal ob eklig oder niedlich – es ist unumstritten, dass Ratten Krankheiten übertragen können, wenn sie in Massen auftreten.

Damit ein solcher Zustand gar nicht erst entsteht, trifft die Stadt regelmäßige Vorsorgemaßnahmen. „Unser Ziel ist es, die Zahl der Ratten so gering wie möglich zu halten“, sagt Harri Kühn, Pressesprecher der Stadt. Nach seinen Angaben stehen 30 000 Euro im Haushalt für das Jahr 2007 für die Schädlingsbekämpfung zur Verfügung.

Mit dem Geld wird die flächendeckende Auslegung von Giftködern finanziert. „In jedem Frühjahr findet eine große Belegung statt, was bedeutet, dass Schädlingsbekämpfer in 4000 Schächten Köder platzieren“, erklärt Horst Wilkens, Sachbearbeiter in der Stadtentwässerung. Die große Belegung wird dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gemeldet, das daraufhin ebenfalls Köder zur Kontrolle auslegt. Wenn viele Lockmittel angenommen werden, ist die Zahl der Ratten noch zu groß.

Nach Auskunft von Horst Wilkens ordnete das LAVES Nordenham 2006 den Status „nicht befallsarm“ zu. „Für uns bedeutete das, dass wir noch einmal Köder nachlegen mussten“, sagt der Sachbearbeiter. In den Jahren 2004 und 2005 schnitt die Stadt mit „rattenarm“ besser ab.

Doch es besteht kein Grund zur Panik. „Früher war Einswarden ein gefährdetes Gebiet, doch inzwischen ist die gesamte Stadt auf der sicheren Seite“, sagt Dietrich Callwitz. Der Kammerjäger arbeitet für eine Hamburger Schädlingsbekämpfungsfirma und ist für Nordenham zuständig.


Neben der großen Belegung im Frühjahr, die Dietrich Callwitz gemeinsam mit einem Kollegen vornimmt, kommt der Schädlingsbekämpfer auch während des restlichen Jahres in regelmäßigen Abständen zur Kontrolle. „Ratten werden besonders von Speiseresten auf dem Kompost oder in der Biotonne angelockt. Sie kommen dann ans Haus heran und nisten sich dort ein“, erklärt der Kammerjäger.

Deshalb sei es wichtig, dass alle Bürger bei der Bekämpfung der Nager helfen, sagt Dietrich Callwitz. Sobald sie eine Ratte zu Gesicht bekommen, sollten sie Giftköder auslegen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich an die Stadt zu wenden, die dann den Schädlingsbekämpfer schickt. Wer eine Ratte im Haus hat, sollte darauf achten, nicht mit deren Exkrementen in Berührung zu kommen, da darin Krankheitserreger lauern können.