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SEEKABELWERKE Ein Glockenschlag für die Zukunft

NORBERT HARTFIL

NORDENHAM - Tradition hat bei den Norddeutschen Seekabelwerken einen hohen Stellenwert. Aber gleichzeitig ist das Unternehmen zukunftsorientiert und auf moderne Technologien ausgerichtet. Diese Verbindung spiegelte sich am Mittwoch wunderbar in der Zeremonie wider, mit der NSW die neue Energieseekabelfabrik einweihte. Als Ministerpräsident Christian Wulff feierlich die nostalgische Schiffsglocke des Kabellegers „Neptun“ anschlug, konnten die 800 Zuschauer das in gestochen scharfen Bildern auf einer Großleinwand verfolgen. Im nächsten Augenblick hob sich der Vorhang und gab im Scheinwerfermeer den Blick auf das Herzstück der neuen Produktionsstätte frei. Dazu erklang aus Hochleistungslautsprechern eine glasklare Rockmusik-Fanfare. Die Präsentation der gewaltigen Verseilmaschine, die zu den größten und modernsten der Welt gehört, war der Höhepunkt der gelungenen Inszenierung.

Der scheidende Vorsitzende der NSW-Geschäftsführung, Dr. Valentin Jug, brachte die Firmenphilosophie auf den Punkt: „Wir verstehen Tradition in dem Sinne, dass wir nicht die Asche weiterreichen, sondern das Feuer.“ Dazu passte auch der Termin der Einweihung genau am 110. Geburtstag der Seekabelwerke.

Neues Kapitel eröffnet

Mit der Inbetriebnahme der Energieseekabelfabrik hat NSW ein neues Kapitel in der Firmengeschichte eröffnet. Den Einstieg in die Offshore-Branche bezeichnete Ministerpräsident Christian Wulff als „goldrichtig“. Gerade in der heutigen Krisenzeit sei die Investition – mit 44 Millionen Euro die größte seit der NSW-Gründung – ein „ermutigendes Zeichen“. Die Energiegewinnung und besonders die Offshore-Windparks gehören seiner Einschätzung nach zu den herausragenden Zukunftsthemen. Das Küstenland Niedersachsen sei „mittendrin“, wenn es um die Offshore-Branche gehe. NSW habe diese Chance vorausschauend erkannt und mit dem Bau der neuen Halle eine „gute Entscheidung für die Region und den Standort Deutschland“ getroffen.

Der Ministerpräsident sparte auch nicht mit Lob für den NSW-Mutterkonzern General Cable. Die Bereitschaft des US-Unternehmens, in diesem Maße in Nordenham zu investieren, sei ein „wichtiges Signal“.


Nach Christian Wulffs Angaben hat das Land Niedersachsen sehr gute Erfahrungen mit US-Firmen gemacht. In Niedersachsen gibt es 48 000 Arbeitsplätze bei Betrieben, die in den USA beheimatet sind. Durch die Expansion bei NSW sind rund 100 zusätzliche Jobs entstanden. Die Stammbesetzung beläuft sich jetzt auf rund 570 Beschäftigte. Unter dem Beifall der Belegschaft, die nahezu komplett an der Feierstunde teilnahm, bezeichnete der Ministerpräsident die Seekabelwerke als ein „tolles Unternehmen, auf das die Mitarbeiter stolz sein können“.

Gesamtes Board zu Gast

Die Muttergesellschaft aus Highland Heights in Kentucky war bei dem Festakt hochrangig vertreten. Erstmalig hatte das gesamte Board, das aus Vorstand und Aufsichtsrat besteht, die Reise nach Nordenham angetreten. Vorstandsvorsitzender Greg Kenny lobte die zeit- und budgetgerechte Fertigstellung der Energiekabelfabrik. Vor zwei Jahren habe er mit Valentin Jug eine Vision entwickelt, die jetzt verwirklicht worden sei. Mit der Expansion in das Energieseekabelgeschäft werde „Geschichte geschrieben“. Insgesamt habe General Cable bereits über 50 Millionen Euro am Standort Nordenham investiert.

Die feierliche Atmosphäre in der Fabrikhalle bekam eine besondere Note durch eine Darbietung mit klassischer Musik. Das Barockorchester der Hochschule für Künste in Bremen spielte unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Albert die Pariser Symphonie von Joseph Haydn. Auch das passte zum NSW-Leitmotiv, Vergangenheit und Zukunft zusammenzuführen.

Weiterer Bericht unten

„General Cable ist kein amerikanisches Unternehmen, sondern ein internationales Unternehmen, das zufällig an der Börse in New York notiert ist“

Greg Kenny
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