NORDENHAM - In immer mehr Unternehmen wird verkürzt gearbeitet, Sorgen um Arbeitsplätze machen sich breit. Keine Spur davon bei den Norddeutschen Seekabelwerken (NSW) in Nordenham. „Wir werden 2009 im Durchschnitt mehr Mitarbeiter an Bord haben als 2008“, sagt durchaus stolz der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Valentin Jug.

Das 1899 gegründete Unternehmen ist mitten in einem weiteren Entwicklungssprung. 2008 werden mehrere Großaufträge abgearbeitet – und auf dem Firmengelände direkt an der Weser wird eine neue Fabrik hochgefahren.

Zwar spüre auch NSW in Teilbereichen eine Abschwächung der Nachfrage, erläuterte der Geschäftsführer. Dies gelte z.B. für spezielle Kunststoffkomponenten. Und im Kabelbereich sitze bei dem einen oder anderen Kunden bzw. Land das Geld für Projekte nicht mehr so locker. Doch zugleich laufen große Programme bei NSW an.

Wie berichtet haben die Nordenhamer (100 bis 200 Millionen Euro Umsatz/550 Mitarbeiter) einige spektakuläre Aufträge hereingeholt. Dazu zählt ein 1700 Kilometer Länge umfassendes Telekommunikations-Seekabelsystem für die Verbindung indonesischer Inseln (NSW-Anteil ca. 60 Millionen Euro) sowie die Anbindung Helgolands an das deutsche Stromnetz (ca. 10 Millionen Euro). „Damit geht es uns in diesen Zeiten sehr gut“, meint Jug, „ab Anfang des 2. Quartals sind wir prima ausgelastet.“

Das Helgoland-Kabel – die mit 53 Kilometern längste Insel-Verbindung Deutschlands – wird in der neuen Energie-Seekabelfertigung produziert, die in diesen Wochen den Betrieb aufnimmt. 40 Millionen Euro wurden mitten im allgemeinen Wirtschaftsabschwung in die 7000 Quadratmeter große Halle investiert. In der neuen Fabrik werden Kabel für die Anbindung von Offshore-Windparks, Inseln und Offshore-Plattformen an das Stromnetz gefertigt – ein Wachstumsfeld für NSW.


Er sei davon überzeugt dass der Mega-Trend zu Erneuerbaren Energien und zu See-Windparks weiter gehe, sagte Jug. Durch aktuelle finanzielle Engpässe bei einigen Projekten werde dieser Prozess nur etwas verlangsamt. NSW sei für den anlaufenden Boom gut aufgestellt.

Zum Selbstbewusstsein in Nordenham trägt auch bei, dass die Seekabelwerke seit langem beachtliches Spezialwissen über die Produktion hinaus haben. So wird NSW das Helgoland-Kabel selbst verlegen (in einem Stück, ohne Muffenverbindungen) und Zubehör liefern. „Für uns ist dieser Auftrag die Eintrittskarte in das Geschäftsfeld Inselverbindungen“, sagt Vertriebsgeschäftsführer Rudolf Stahl.

Das Helgoland-Projekt ist übrigens der vierte „Offshore“-Auftrag für NSW. Die drei ersten waren nahe Borkum der Windpark Bard Offshore 1 und der nationale Versuchspark Alpha Ventus (Federführung: EWE) sowie der Windpark Rødsand vor Dänemark.

Bei der zum US-Konzern General Cable gehörenden NSW GmbH, die neben verschiedensten Kabeln auch technische Kunststoffprodukte und Umwelttechnik anbietet, spürt man buchstäblich eine „frische Brise“.

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