NORDENHAM - Viele Kinder machen schon im Alter von vier Jahren ihr Bronzeabzeichen. Wichtig ist es, Vertrauen aufzubauen.

Von Jens Milde

NORDENHAM - Lara, Timon, Inken, Hanno und all die anderen schwimmen vergnügt im Flachwasserbereich des Störtebekerbades. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. Die jüngsten der Jungen und Mädchen sind gerade einmal zwei Jahre alt. Und von den Vierjährigen hat in den vergangenen Wochen eine ganze Reihe das Bronze-Abzeichen gemacht. „Die Kinder, die zu uns kommen werden immer jünger“, hat Heidi Stoczczack festgestellt. Und schon früh wagen sie sich an die Prüfungen heran.

Heidi Stoczczack leitet gemeinsam mit Meike Köpke das Anfängerschwimmen beim SV Nordenham. Drei Gruppen mit bis zu 15 Kindern haben die beiden Frauen unter ihren Fittichen. Die Jungen und Mädchen sind im Alter von zwei bis sechs Jahren.

Hanno Marienfeld gehört zur Riege der Vierjährigen. Stolz verkündet er: „Ich bin ganz allein vom Ein-Meter-Brett gesprungen“. So kess war der Knirps allerdings nicht, als es mit dem Schwimmunterricht losging. Und Hanno ist nicht der einzige, der ziemliches Muffensausen hatte, als er zum ersten Mal ins Wasser ging.

Meike Köpke kümmert sich um die Nichtschwimmer. Ganz langsam werden sie ans Wasser gewohnt. „Zum Beispiel dürfen die Kinder ihren Namen ins Wasser blubbern. Oder wir gehen einfach nur durchs Becken und planschen gemeinsam mit den Händen.“ Ziel ist es, dass die Kinder Schritt für Schritt ihre Scheu verlieren. Das geht bei den einen schneller, bei den anderen dauert es etwas länger. Ganz wichtig ist es für Meike Köpke und Heidi Stoczczack, Vertrauen aufzubauen. Die beiden Frauen profitieren davon, dass sie selbst Kinder groß gezogen haben. Außerdem haben sie langjährige Erfahrung in Schwimmkursen mit Kindern gesammelt. Heidi Stoczczack zum Beispiel ist schon seit 13 Jahren dabei.


Erstes Ziel für die Kinder ist es, nebenan im tiefen Wasser zu schwimmen. Wenn die Kinder erstmal den Spaß am Schwimmen entdeckt haben, entwickeln sie großen Ehrgeiz und wollen ihr „Seepferdchen“ machen. Dazu müssen sie 25 Meter schwimmen, einen Ring aus dem schultertiefen Wasser holen und vom Beckenrand springen. Kaum haben die erfolgreichen Schwimmer ihr Seepferdchen in der Tasche, fühlen sie sich schon zu Höherem berufen: dem Bronze-Abzeichen. Dazu müssen sie 200 Meter schwimmen, vom Ein-Meter-Brett springen, einen Ring aus zwei Meter Tiefe holen und sich mit den Baderegeln auskennen.

Timon Kalk hat gerade das Bronze-Abzeichen gemacht. „Den Ring zu holen, das hat mir am meisten Spaß gemacht,“ freut sich der Dreikäsehoch und taucht kurz darauf noch einmal vergnügt ab. Auch Inken Warnke gehörte zu den eher Ängstlichen, als sie mit dem Schwimmunterricht begann. Inzwischen ist auch aus ihr eine echte Wasserratte geworden.