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Sternfreunde Kometen sind schwarz wie Toner

NORDENHAM - Wer an den Maya-Kalender glaubt, sollte in diesem Jahr besonders ausgiebig Weihnachten feiern. Denn ab nächstes Jahr fällt das Fest der Liebe aus – weil der Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 endet und dann die Welt untergeht. Anders als die mittelamerikanischen Indianer weiß ein Teil der Internet-Gemeinde schon, wie die Erde zerstört wird: durch den Zusammenstoß mit einem Kometen.

Da ist sie wieder, aktuell wie im Mittelalter: die Angst vor Kometen. Hilmar Duerbeck ist ein ruhiger und humorvoller Mensch, er kann über solche Horrorszenarien nur lächeln. Kometen bringen kein Unglück, aber langweilig sind sie gewiss nicht, sagte der Astronomie-Professor aus Münster am Donnerstagabend bei den Sternfreunden.

Schmutziger Schneeball

Kometen sind „schmutzige Schneebälle“, wie der amerikanische Astronom Fred Whipple 1950 etwas flapsig bemerkte. Im Vergleich zu irdischen Schneebällen sind sie mit durchschnittlich 5 Kilometern Durchmesser schon ziemlich groß, aber im Prinzip hat Whipple recht. Kometen bestehen aus erstarrtem Wasser, das Gesteinsbrocken und Gas, vor allem Methan und Ammoniak, bindet.

Das Wort Komet kommt aus dem Griechischen und bedeutet Schopfstern. Zu sehen sind die kosmischen Winzlinge ja nur wegen ihres leuchtenden Schweifes, der bis zu 2,7 Millionen Kilometer lang werden kann. Dabei ist es nicht ein Schweif, der leuchtet, sondern es sind zwei. Der eine ist der langgestreckte Plasmaschweif, der durch eine Wechselwirkung mit dem Magnetfeld der Sonne entsteht, der andere ist der leicht gekrümmte Staubschweif, der aus Staubteilchen besteht, die durch den Druck des Sonnenwindes aus kleinen Öffnungen im Kern des Kometen entweichen und vom Sonnenlicht angestrahlt werden.

Das bedeutet: Nur in der Nähe der Sonne haben Kometen einen Schweif – und nur deshalb gibt es überhaupt noch welche. Denn wenn diese kleinen Himmelskörper dauernd einen leuchtenden Schwanz hinter sich herziehen würden, wären sie schon nach einer Million Jahren ausgebrannt. Sie existieren aber seit Anbeginn unseres Sonnensystems vor etwa vier Milliarden Jahren.


Seit es Menschen gibt, versuchen sie die Natur dieser seltsamen Erscheinungen zu ergründen. Aristoteles (384 bis 322 vor Christus) glaubte, dass sie in der Erdatmosphäre entstehen – und diese Erklärung galt fast 2000 Jahre lang als feste Lehrmeinung.

Auch versuchten Philosophen und Astrologen diese Himmelserscheinung zu erklären, und es entging ihnen nicht, dass ausgerechnet zu der Zeit, als der böse Brutus den großen Cäsar erdolchte, ein Schweifstern am Himmel stand. Fortan galt der Komet als Vorbote großen Unglücks für Führer und Völker.

Erst Tycho Brahe (1546 bis 1601) näherte sich den Kometen wissenschaftlich und fand bei Messungen heraus, dass sie durchs All rasen. Edmund Halley erkannte 1682, dass es periodisch wiederkehrende Kometen gibt – doch das sind die wenigsten unter den Schweifsternen.

Rosetta landet 2014

In den vergangenen 60 Jahren hat sich das Wissen über Kometen dramatisch erhöht. Es ist bekannt, dass sie vom äußersten Rand des Sonnensystems kommen und ihre Farbe an den schwarzen Toner im Drucker erinnert. 2005 hat die Sonde Deep Impact eine 372 Kilogramm schwere Metallkugel auf den Kometen Tempel 1 abgefeuert und das wegspritzende Material eingesammelt. 2014 wird die Sonde Rosetta sogar auf dem Kometen Tschuriumow-Gerasimenko landen und ihm weitere Geheimnisse entreißen.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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