NORDENHAM - Problematisch gestaltet sich derzeit das Verhältnis zwischen dem Moyzes-Tierheim und dem Tiersuchdienst Wesermarsch. Die beiden Einrichtungen haben bis vor einigen Jahren noch sehr eng zusammengearbeitet. Der Tiersuchdienst, der mit Gemeinden, Tierärzten, Tierpensionen und Tierschutzvereinen kooperiert, hatte in der Vergangenheit vom Tierheim in Blexen Informationen über dort abgegebene Fundtiere erhalten und konnte mit seinen guten Kontakten helfen, die Besitzer ausfindig zu machen.
Seit einem Führungswechsel im Tierheim gestaltet sich die Zusammenarbeit jedoch schwierig. „Am Anfang haben wir noch Informationen bekommen, aber man hat gemerkt, dass es nur ungern getan wird“, sagt die Leiterin des Tiersuchdienstes, Heidi Huth-Hinrichs. Inzwischen würden gar keine Informationen mehr ausgetauscht.
Horst Kraft, Leiter des Moyzes-Tierheims, hat eine andere Sicht der Dinge. „Es stimmt zwar, dass wir keine Tiere bei Frau Huth-Hinrichs melden, aber wenn Leute bei uns anrufen und ihr Tier suchen, verweisen wir immer auf den Tiersuchdienst.“
Heidi Huth-Hinrichs versteht nicht, wieso Horst Kraft ihr neue Fundtiere nicht meldet. Sie sieht den ehrenamtlichen Tiersuchdienst nicht als Konkurrenz für das Heim.
Der Tierheimleiter hingegen ist mit der Arbeitsweise der Nordenhamerin nicht einverstanden. Zudem habe es „böse Gerüchte und Einmischungen gegeben“, die er sich nicht gefallen lassen will.
Eine Zeit lang hat die Stadt den Tiersuchdienst unterstützt und der Leiterin erlaubt, die Bilder der Fundtiere von den Computerbildschirmen im Rathaus abzufotografieren. Inzwischen ist auch dies nicht mehr möglich. Horst Kraft glaubt, dass es daran lag, dass Heidi Huth-Hinrichs die Bilder unrechtmäßig veröffentlicht hat.
Die Notwendigkeit einer Kooperation sieht die Tiersuchdienstleiterin vor allem, weil viele Tiere in dem Blexer Heim gar nicht aus dem Stadtgebiet stammen: „Der Suchdienst hat schon Tiere aus anderen Bundesländern hier gefunden. Deren Besitzer rufen sicher nicht im Tierheim Nordenham an.“ Der Tiersuchdienst hingegen bemühe sich intensiv, die Besitzer der vermissten Tiere aufzufinden.
Das Tierheim verzeichnet laut Horst Kraft nur sehr wenige Fundtiere, bei denen es sein könnte, dass es einen Besitzer gibt. „Die meisten Tiere wurden ausgesetzt, da kann Frau Huth-Hinrichs nicht helfen“, sagt er.
Eine Einigung scheint nicht in Sicht. Das Tierheim wird weiterhin auf den Suchdienst verweisen, aber eine Meldung aller Fundtiere kommt für Horst Kraft nicht in Frage.
