NORDENHAM/TOULOUSE - NORDENHAM/TOULOUSE - Dem A 380 beim Starten zuzuschauen, war für Finn Berthmann „fantastisch“. Denis Wache fand den Blick in die Fertigungshalle des Super-Airbus’ am interessantesten. „Dass die Menschen in den Hallen kleiner aussehen als Spielfiguren, hat mich schon erstaunt“, sagte er nach der Rückkehr. So hatte jeder seinen eigenen persönlichen Höhepunkt während der einwöchigen Reise nach Toulouse, wo fast alle Airbus-Typen zusammengebaut werden.
Wie die NWZ berichtete, hatten sich 30 Jugendliche der Realschule I aus Nordenham, der Realschule Süd aus Delmenhorst und der Realschule Kreyenbrück aus Oldenburg gemeinsam mit dem Bus auf den Weg zum Airbus-Werk in der südfranzösischen Stadt gemacht. Die drei Schulen arbeiten schon seit fünf Jahren in dem Netzwerk KoWiS (Kooperation Wirtschaft-Schule) zusammen. Die Reise nach Toulouse war das erste gemeinsame Projekt der drei Schulen. An der Fahrt nahmen hauptsächlich Zehntklässler teil.
In Toulouse angekommen, besuchten die Schüler als erstes die Airbus-Berufsschule. Dort werden ausschließlich Auszubildende von Airbus unterrichtet. Die Besucher lernten, dass es in Frankreich andere Berufe gibt als in Deutschland und dass die Ausbildung anders aufgebaut ist. Sie gliedert sich in eine zweijährige Unterrichtsphase an der Berufsschule. Daran schließt sich der zweijährige praktische Teil im Werk an. Die Schüler fanden heraus, dass im nächsten Jahr 250 neue Azubis eingestellt werden. Und sie erfuhren, dass zurzeit nur sechs Prozent der Schüler Mädchen sind. Dass Mädchen auch technische Berufe ergreifen, sei in Frankreich noch eher unüblich.
Am nächsten Tag bekamen die Schüler einen Eindruck von den strengen Sicherheitskontrollen an den Werkstoren und von den gigantischen Dimensionen der Produktionsstätten. Den Zusammenbau des A 340 zum Beispiel konnten sie aus nächster Nähe bestaunen. Die Gruppe kam zudem an einem Flugzeug-Museum vorbei. Dort gab es unter anderem eine Concorde zu sehen und einen „Super Guppy“, den Vorgänger des Frachtflugzeugs „Beluga“.
Als besonders interessant empfanden die Schüler ein Gespräch mit dem deutschen Außenstellenleiter in Toulouse, Dr. Jörg Richter. Die Gruppe erfuhr, dass im Airbus-Werk Toulouse 1000 deutsche Mitarbeiter tätig sind, etwa 25 bis 40 kommen aus Nordenham. Richter beantwortete Fragen zu den Verzögerungen bei der A-380-Produktion und dem in China geplanten Werk. Außerdem bekamen sie einige Tipps zum Fortkommen im Beruf.
Die Schüler hatten beim Aufenthalt in Toulouse mehrere Arbeitsaufträge zu bearbeiten. Aber auch der touristische Aspekt der Reise kam nicht zu kurz. Hatte die Gruppe auf der Hinfahrt in der französischen Hauptstadt Paris einen Zwischenstopp eingelegt, so machte sie auf der Heimreise einen Abstecher nach Carcassone, wo die größte mittelalterliche Burg Europas steht.
Sowohl die Schüler als auch Schulleiter Walther Vogel, der die Gruppe begleitete, zogen ein positives Fazit. Die meisten Pennäler – viele von ihnen haben schon ein Praktikum bei Airbus absolviert – empfanden die Reise als sehr informativ. Walther Vogel möchte versuchen, ähnliche Projekte wie das in Toulouse auch in den kommenden Jahren anzubieten.
Mehr Infos unter www.realschule.nordenham.de
